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Parmalat-Gründer klagt über Morddrohungen

Der Firmengründer des insolventen italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat, Calisto Tanzi, fühlt sich bedroht.  Er habe Morddrohungen erhalten.

In der Mailänder Strafanstalt San Vittore, wohin er nach seiner Festnahme am 27. Dezember gebracht wurde, habe er Morddrohungen erhalten, berichtete Tanzi seinen Rechtsanwälten nach Angaben italienischer Medien. Der Großunternehmer, der sich seit Freitag wegen angeblicher Herzbeschwerden in einem Mailänder Krankenhaus befindet, wurde weiterhin von den Ermittlern vernommen.

Der 65-jährige Industrielle, der 1999 einen Herzinfarkt erlitten haben, sei stark abgemagert und deprimiert, sagten seine Verteidiger. Sie versuchen vergebens, Hausarrest für ihren Mandanten zu erreichen. Die Ermittler erwidern jedoch, dass Tanzi für die Untersuchung wichtige Beweise unterschlagen könnte, sollte er enthaftet werden.

Inzwischen wird um den Selbstmord des Parmalat-Mitarbeiters Alessandro Bassi weiterhin ermittelt. Die Dokumente, die in Bassis Auto gefunden wurden, seien für die Untersuchung nicht relevant, sagte die Staatsanwältin Antonella Ioffredi, die wegen der Parmalat-Insolvenz ermittelt. Der 42-jährige Bassi, der zu den Buchhaltern Parmalats zählte, war am Freitag von einer Brücke unweit von Parma gesprungen.

Die Regierung Berlusconi versprach inzwischen Initiativen zum Schutz geprellter Parmalat-Investoren. Kommende Woche will der Ministerrat einen „Garanten“ beauftragen, zwischen den Banken und den Konsumentenschutzverbänden zu vermitteln, die die Parmalat-Investoren vertreten. Ziel ist eine Form von Entschädigung für die Tausenden von Investoren, die in Italien durch den Parmalat-Skandal schwere Schäden erlitten haben. „Der Schutz der Investoren ist eine Priorität dieser Regierung“, hatte Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Samstag betont.

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