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Parlament verlangt Bericht über Arafats Tod

Das palästinensische Parlament hat die Palästinenserregierung aufgefordert, binnen eines Monats einen Untersuchungsbericht zur Todesursache von Yasser Arafat vorzulegen.

In einer am Mittwoch in Ramallah einstimmig verabschiedeten Resolution räumten die Abgeordneten der Regierung „eine Frist von einem Monat“ ein, um die Schlussfolgerungen einer Untersuchungskommission zum Tode des am 11. November verstorbenen Arafat zu präsentieren.

Ein Parlamentsausschuss hatte Israel zuvor die Schuld an Arafats Tod gegeben, weil die israelische Armee ihn drei Jahre lang „ungerecht unter Belagerung“ gehalten habe. Arafat war von Israel seit Dezember 2001 in seinem Hauptquartier in Ramallah de facto unter Hausarrest gehalten worden.

Um den Tod des 75-Jährigen am 11. November im Percy-Militärkrankenhaus bei Paris ranken sich zahlreiche Spekulationen. Viele Palästinenser sind überzeugt, dass Arafat von Israel vergiftet wurde. Die Todesursache ist bisher nicht offiziell bekannt, weil die Krankenakte nach französischem Recht nur den Angehörigen übergeben werden darf. Arafats Witwe Suha und sein Neffe Nasser el Kidwa erhielten inzwischen die Akte. Laut Kidwa wurde in Arafats Körper keine Spur von Gift nachgewiesen. Die 558 Seiten umfassende Krankenakte nenne „keine klare Todesursache“.

Arafats Leibarzt fordert Exhumierung

Für Ashraf el Kurdi, den langjährigen Leibarzt des am 11. November verstorbenen palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat, ist die Frage nach dessen Todesursache noch längst nicht beantwortet.

Er verlangt daher nun eine Exhumierung. In einem Interview mit der am morgigen Donnerstag erscheinenden Info-Illustrierten NEWS fordert Kurdi „eine Autopsie durch völlig unabhängige Pathologen“. Parallel dazu müsse ein „weltweit anerkanntes Expertenteam“ den in Frankreich angelegten Krankenakt des palästinensischen Präsidenten analysieren.

Kurdi wolle eine Vergiftung Arafats nach wie vor nicht ausschließen. Auf die Aussage von Arafats Neffen Nasser al Kidwa, dass bei dem Verstorbenen keine Vergiftung festgestellt wurde, erklärte Kurdi: „Das mag schon sein, dass bei den toxikologischen Untersuchungen keine Giftspuren gefunden worden sind. Aussagekraft hat das aber für mich keine. Keine Spuren zu finden bedeutet noch lange nicht, dass kein Gift verwendet worden ist.“ Man könne nur bekannte Substanzen nachweisen.

Die Spekulation, Arafat könnte an den Folgen von Aids gestorben sein, wies sein langjähriger Arzt zurück: „Nein, nein, ganz sicher nicht. HIV-Untersuchungen wurden durchgeführt, die Ergebnisse waren eindeutig negativ, also kein Aids.“

Bevor Arafat am 29. Oktober von Ramallah in das französische Militärkrankenhaus Percy bei Paris ausgeflogen wurde, sei dieser nur körperlich, nicht aber geistig schwach gewesen. „Abu Ammar (Arafats Kampfname, Anm.) war bei völliger geistiger Klarheit, zeigte keinerlei Erinnerungslücken oder Gedächtnisschwächen“, beteuerte Kurdi. Auffällig seien allerdings physische Symptome wie Gewichtsabnahme, gelbliche Haut und rote Punkte im Gesicht gewesen. Außerdem habe Kurdi einen extremen Thrombozyten-Mangel (Blutplättchen) feststellen können. Ursachen dafür könnten „eine bakterielle Vergiftung, eine Fehlfunktion des Rückenmarks, Krebs oder ein Mangel an Antikörpern“ gewesen sein, so Kurdi.

Den Grund, warum er Arafat als dessen langjähriger Leibarzt nicht nach Frankreich begleiten durfte, kommentierte dieser mit der Vermutung, dass Arafats Frau Suha dagegen gewesen sei.

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