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Pariser Vorstadt kommt nicht zur Ruhe

In der Pariser Vorstadt Clichy-sous-Bois haben in der Nacht zum Dienstag zum fünften Mal in Folge Jugendliche randaliert und mehrere Autos in Brand gesteckt. Zwölf Personen seien verhaftet und ein Polizist leicht verletzt worden.

Das teilte die Präfektur des Departements Seine-Saint-Denis mit. Der Konflikt zwischen Anwohnern und Polizei, der durch den Tod zweier Jugendlicher in den vergangenen Woche ausgelöst wurde, hatte sich weiter zugespitzt, nachdem am Sonntag in einer Moschee in Clichy-sous-Bois eine Tränengasgranate explodiert war.

Muslimische Gläubige erklärten, Polizisten hätten die Tränengasgranate in die Moschee geworfen. Innenminister Nicolas Sarkozy kündigte eine Untersuchung an.

Sarkozys Reaktion auf die Gewalt in Clichy-sous-Bois geriet unterdessen auch innerhalb der Regierung in Kritik. Der Regierungsbeauftragte für Chancengleichheit, Azouz Begag, kritisierte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung „Liberation“, Sarkozy habe sich zu einer „kriegerischen und ungenauen Sprache“ hinreißen lassen. Der Innenminister hatte randalierende Jugendliche in der vergangenen Woche als „Gesindel“ bezeichnet.

Begag kritisierte ferner, durch den von Sarkozy angekündigten verstärkten Polizeieinsatz allein werde man die Probleme in sozialen Brennpunkten nicht in den Griff bekommen. Notwendig sei vielmehr eine Beseitigung der Diskriminierungen, unter denen Jugendliche mit Migrationshintergrund litten.

Die in der vergangenen Woche in Clichy-sous-Bois verunglückten Jugendlichen hatten einen tödlichen Stromschlag erlitten, als sie sich vor Polizisten in einer Hochspannungsanlage versteckten. Ein dritter Jugendlicher erlitt dabei schwerste Verbrennungen.

Wie am Dienstag bekannt wurde, kam es auch in der Stadt Sedan im Nordosten Frankreichs zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und Sicherheitskräften. Dort setzten Jugendliche wiederholt Mülltonenn und ein leerstehendes Gebäude in Brand, die Feuerwehr wurde mit Steinwürfen empfangen. Nach Angaben der örtlichen Behörden protestierten die Teenager gegen die Festnahme eines Bekannten wegen Verdachts auf Drogenhandel.

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