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Paris: Erneut Verkehrschaos durch Streiks

Zum dritten Mal in einem Monat haben Streiks gegen die geplante Rentenreform in Frankreich am Dienstag landesweit ein Verkehrschaos ausgelöst.

Rund 80 Prozent der Inlandsflüge und ein Großteil der Zugverbindungen fielen aus. Auf den Autobahnen bildeten sich am Morgen nach Auskunft der Aufsichtsbehörde CNIR Staus mit einer Gesamtlänge von 320 Kilometern.

Zum zehnten Mal seit Jahresbeginn trat auch ein großer Anteil der 800.000 Lehrer in den Streik. Von den Arbeitsniederlegungen im Verkehrswesen waren rund 50 französische Städte betroffen. Einen Schwerpunkt gab es bei den Metros und S-Bahnen in Paris. Auch die Pariser Zeitungen erschienen nicht, die Provinzblätter nur teilweise.

Die Streichung der meisten Inlandsflüge wurde durch einen Streik der Fluglotsen verursacht. Internationale Flugverbindungen wurden zum Teil gewährleistet. Arbeitsniederlegungen gab es auch bei der Staatsbahn SNCF, den Pariser Verkehrsbetrieben RATP sowie bei der Post und in Banken. Die Eurostar-Züge durch den Kanaltunnel von Paris Richtung London verkehrten normal, die Thalys-Züge von Paris über Brüssel Richtung Köln nur mit Einschränkungen.

Einige Gewerkschaften riefen ihre Mitglieder auf, die Streiks in den kommenden Tagen fortzusetzen. Am kommenden Dienstag soll über das Gesetz zur Rentenreform erstmals in der Pariser Nationalversammlung debattiert worden. Die rechtsbürgerliche Regierung will die Reform noch vor der Sommerpause unter Dach und Fach bekommen. Die Gewerkschaften organisierten schon mehrfach nationale Aktionstage gegen die Rentenreform. Das Reformgesetz sieht unter anderem vor, das Renteneintrittsalter um bis zu viereinhalb Jahre zu erhöhen.
(Schluss) glw

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