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Papst: Wieder lateinische Messe

Papst Benedikt XVI. will in Kürze die traditionelle lateinische Messe wieder allgemein zulassen. Er wolle die Entscheidung nach seinem 80. Geburtstag am 16. April kundmachen lassen.

Das berichteten italienische Medien am Mittwoch. Dies soll in Form eines „Motu Proprio“ geschehen, eines Apostolischen Schreibens, über dessen Inhalt der Papst persönlich entscheidet. Das Hauptziel sei dabei die Annäherung an die „Traditionalisten“ in der katholischen Kirche, die die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) ablehnen. Die alte tridentinische Messe geht auf das Konzil von Trient vor viereinhalb Jahrzehnten zurück.

In seinem Apostolischen Schreiben „Sacramentum Caritatis“ (Sakrament der Liebe) hatte der Papst zuletzt „bestimmte Missbräuche“ in der nachkonziliaren Liturgie kritisiert. 1969 hatte Papst Paul VI. mit der Apostolischen Konstitution „Missale Romanum“ die nachkonziliare Messordnung für verbindlich erklärt. Derzeit sind die alten tridentinischen Messen (im Ritus von 1962) nur unter strengen Auflagen und mit bischöflicher Genehmigung erlaubt. Noch als Kardinal hatte Joseph Ratzinger vor „einer zur Show degenerierten Liturgie“ gewarnt, „in der man die Religion mit modischen Mätzchen interessant zu machen versucht“.

Wie in Rom verlautete, will Benedikt die Zulassung der traditionellen Messe gestatten, wenn eine bestimmte Anzahl von Gemeindemitgliedern dies will. Einzelheiten des „Motu Proprio“ sind noch unklar. Der Papst dürfte nach Ansicht von Beobachtern im Liturgiebereich zwei Ziele verfolgen – ein innerkirchliches und ein ökumenisches. In seinem noch als Kardinal geschriebenen Buch „Der Geist der Liturgie“ ging Joseph Ratzinger ausführlich auf die liturgischen Reformen nach dem Zweiten Vatikanum und besonders auf den 1970 eingeführten neuen Messritus (Novus Ordo) ein. In dem Werk stellte er die Bedeutung der Liturgie als vor allem auf Gott ausgerichtet und die ganze Kirche verbindend heraus, die weder eine Gemeinschaftsfeier, noch etwas „Selbstgemachtes“ sei. Dementsprechend sprach er sich klar gegen liturgische Missbräuche wie etwa von Priestern „selbstgedichtete“ Messtexte und unangemessene Mitgestaltung durch Laien aus

Der von Benedikt XVI. geprägte Ausdruck der „Reform der Reform“ (gemeint ist die Liturgiereform von 1970) sollte bedeuten: eine Wiederentdeckung der Würde und Feierlichkeit der Liturgie, eine klarere Ausrichtung auf Gott. Die Annäherung mit der orthodoxen Kirche ist dem Papst seit jeher ein besonderes Anliegen. Ende November vergangenen Jahres, beim Besuch von Papst Benedikt in der Türkei, hatte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., das Oberhaupt der Weltorthodoxie, die Bedeutung der Liturgie hervorgehoben und damit implizit Kritik an der derzeitigen Praxis der Westkirche geübt.

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