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Papst verurteilt Wettrüsten und Terror

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Botschaft zum kirchlichen Weltfriedenstag, am 1. Jänner, die weltweite Ungerechtigkeit, die Unterdrückung der Wahrheit durch "Lügen unserer Zeit", den Terrorismus und das ungebremste Wettrüsten verurteilt.

Zentrale Bedeutung misst der Papst laut Kathpress in seiner Botschaft, die den Titel „In der Wahrheit liegt der Frieden“ trägt, den Menschenrechten zu. Diese seien „zu den glücklichsten und wirkungsvollsten Ansprüchen zu rechnen, die sich aus der Wahrheit des Friedens ergeben“.

Ein „tragischer und erschütternder Nihilismus“ inspiriere den Terrorismus, der die Welt in Angst und Unsicherheit halte, schreibt der Papst. Der religiöse Fanatismus, der heute oft als Fundamentalismus bezeichnet werde, stehe ebenso wie der Nihilismus in einem falschen Verhältnis zur Wahrheit: „Die Nihilisten leugnen die Existenz jeglicher Wahrheit, die Fundamentalisten erheben den Anspruch, sie mit Gewalt aufzwingen zu können“.

„Bitterkeit“ empfinde er – so Benedikt XVI. – bei der Tatsache des Anstiegs der Militärausgaben. Der von der Staatengemeinschaft in Gang gesetzte Abrüstungsprozess stagniere „im Sumpf einer nahezu allgemeinen Gleichgültigkeit“. Insbesondere plädiert der Papst für nukleare Abrüstung. Die Vorstellung einer Friedenssicherung mit Nuklearwaffen sei „nicht nur verhängnisvoll, sondern völlig trügerisch“.

Persönlich wolle er “überzeugten Einsatz für den Frieden“ leisten, so der Papst. Dafür stehe die Wahl seines Namens, mit dem er sich auf den Heiligen Benedikt als „geistigen Urheber einer friedensstiftenden Zivilisation“ und auf Papst Benedikt XV. beziehe. Benedikt XV. (1914-22) habe den Ersten Weltkrieg als ein „unnützes Blutbad“ verurteilt.

Friede sei nicht auf das „bloße Nichtvorhandensein von bewaffneten Konflikten“ zu reduzieren, sondern bedeute das Zusammenleben der Menschen in einer von Gerechtigkeit geregelten Gesellschaft, heißt es in der Botschaft des Papstes. Dies verlange den Respekt vor einer „von der Liebe Gottes entworfenen und gewollten Ordnung“. Eine fundamentale Wahrheit in diesem Zusammenhang sei, dass alle Menschen ein und derselben Familie angehören. Eine “übertriebene Verherrlichung der Verschiedenheit“ stehe deshalb im Widerspruch zu dieser Grundwahrheit.

Bei der Frage nach den Ursachen des Terrorismus müsse man „außer den Gründen politischen und sozialen Charakters auch die kulturellen, religiösen und ideologischen Motive“ in den Blick nehmen. Christen müssten sich angespornt fühlen, Gott als den zu bezeugen, „der untrennbar Wahrheit und Liebe ist“. Dies solle in ökumenischen und interreligiösen Kontakten sowie in einem allgemeinen Friedensengagement geschehen.

Wer sich von der Wahrheit leiten lässt, schlägt „fast selbstverständlich den Weg des Friedens ein“, betont Papst Benedikt XVI. Immer wieder habe sich gezeigt, dass die Lüge verheerende Auswirkungen im Leben Einzelner und ganzer Nationen habe. Benedikt XVI. verweist in diesem Zusammenhang auf das 20. Jahrhundert, „als irrige ideologische und politische Systeme die Wahrheit planmäßig verfälschten und so zur Ausbeutung und Unterdrückung einer erschütternden Anzahl von Menschen führten“. Wörtlich fragt der Papst: „Wie könnte man nach diesen Erfahrungen nicht ernstlich besorgt sein angesichts der Lügen unserer Zeit, die den Rahmen bilden für bedrohliche Szenarien des Todes in nicht wenigen Regionen der Welt?“

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