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Papst kritisiert Neokolonialismus in Afrika

Synode mit afrikanischen Bischöfen
Synode mit afrikanischen Bischöfen ©APA (epa)
Benedikt XVI. hat bei der zweiten Bischofssynode zum Thema Afrika im Vatikan das Vorgehen der industrialisierten Staaten und ihrer Unternehmen kritisiert. Der politische Kolonialismus sei zwar beendet, der faktische und moralische Kolonialismus gehe aber weiter, lautete seine These. Reichtum und Bodenschätze Afrikas würden nach wie vor vom "Norden" ausgebeutet, kritisierte der Papst.

Aber auch der geistige und moralische “Reichtum” Afrikas – sein tiefer Sinn für den Schöpfer und für das Leben, aber auch der Familienzusammenhalt – würden zunehmend gefährdet. Die “erste” Welt exportiere “geistigen Giftmüll” nach Afrika: Praktischen Materialismus, Relativismus und Nihilismus. Als “zweiter Virus” komme ein religiöser Fundamentalismus hinzu, der mit politischen und wirtschaftlichen Interessen vermischt sei. Die Diagnose und Warnung des Papstes: Afrika stelle eine gewaltige “geistige Lunge” für die Menschheit dar – inmitten von Glaubens- und Hoffnungskrisen. Aber diese “Lunge” könne auch krank werden.

Die Kirche in Afrika müsse mit der Verkündigung des Evangeliums auch zur Entwicklung Afrikas beitragen, appellierte der Papst in seiner Predigt. Vor allem müssten Bischöfe, Priester und alle Gläubigen zur Aussöhnung zwischen den Volks- und Religionsgruppen beitragen. Denn nur Frieden biete die Grundlage für eine Entwicklung mit echtem Fortschritt.

Dabei sollte der Beitrag der Christen in alle Bereiche hineinreichen, in Familie und Arbeitswelt, in das Bildungs- und Gesundheitswesen und auch in die Politik, forderte der Papst. Besonders mahnte er dabei den Schutz von Ehe und Familie sowie die Fürsorge für die Kinder an. Dabei gehe es nicht um kirchliches Sondergut, sondern um Vorgaben aus dem Naturrecht und dem Plan des Schöpfers für die Welt.

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