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Papst bricht zu USA-Reise auf

Für den Theologen-Papst Benedikt XVI. wird es sicher die bisher politischeste Reise seines Pontifikats: Im Weißen Haus in Washington erörtert er mit dem scheidenden US-Präsidenten George W. Bush die aktuelle Weltlage, im New Yorker Glaspalast hält er eine Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen, und am "Ground Zero" spricht er ein Friedensgebet für die Opfer aller Terroranschläge.

Zugleich ist seine achte Auslandsreise, die Benedikt vom 15. bis 21. April in die USA unternimmt, ein Pastoralbesuch bei einer engagierten, aber mitunter eigenwilligen katholischen Ortskirche.

Eigentlich sollte der UNO-Besuch, zu dem schon Generalsekretär Kofi Annan und dann sein Nachfolger Ban Ki-moon den Papst eingeladen haben, erst im Herbst stattfinden. Aber da der Heilige Stuhl Auslandsbesuche des Papstes prinzipiell weit weg von politischen Wahlen ansetzt, musste der Termin vorgezogen werden. Und auch jetzt werden die päpstlichen Diplomaten sorgfältig jeden Anschein einer Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf vermeiden.

Damit tritt die Rede vor der UNO – zum 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte – noch deutlicher als Anlass der Reise in den Vordergrund. Wie schon seine Vorgänger Paul VI. (1965) und Johannes Paul II. (1979 und 1995) wird auch Benedikt XVI. vor der Generalversammlung eine Friedensbotschaft an die Welt richten. Er wird über die Achtung der Menschenrechte sprechen, über Lebensschutz, Freiheit und gerechte Entwicklung.

Die internationale Politik, insbesondere die Krisen in Nahost und Afrika, dürften bereits zur Sprache kommen, wenn Benedikt XVI. zwei Tage zuvor an seinem 81. Geburtstag im Weißen Haus mit Präsident Bush zusammentrifft. Den Eindruck einer “Familienfeier” im Hause Bush will der Vatikan freilich unbedingt vermeiden. An seinem letzten Besuchstag steht dann in New York als emotionaler Höhepunkt der Besuch am “Ground Zero” auf dem Programm. Tief unten im Krater der Unglücksstelle will Benedikt XVI. eine Kerze entzünden und mit Bürgermeister Michael Bloomberg und Gouverneur David Paterson, aber auch mit Überlebenden, mit Angehörigen der Opfer, mit Feuerwehr- und Zivilschutzleuten sowie mit Polizisten zusammentreffen.

Der fünftägige Papstbesuch gilt natürlich in erster Linie den US-Katholiken. Benedikt XVI. trifft mit Bischöfen, Priestern, Seminaristen, Jugendlichen zusammen, verkündigt die christliche Botschaft und bekräftigt die katholische Identität. Er feiert Gottesdienste, begrüßt Vertreter der Ökumene und anderer Religionen. Die katholische Kirche der USA genießt im Vatikan einerseits Bewunderung. Andererseits geht manchen Kurienvertretern die Übernahme des amerikanischen Lebensstils, die Anwendung freiheitlich-demokratischer Prinzipien auf Kirchenstrukturen oder Lehrkonzepte mitunter zu weit.

In den letzten Jahren wurde die Kirche in den Vereinigten Staaten zutiefst durch die Missbrauchsskandale erschüttert. Mit einer radikalen Aufarbeitung und einer Null-Toleranz-Politik konnten die Bischöfe den Schaden eindämmen. Die Katholiken erwarten vom Papst Ermutigung, wollen sich aber auch als Kirche präsentieren, deren Gläubige papsttreu und zugleich stolze Amerikaner sind. Ein vorgesehener Programmpunkt wurde durch die Terminverschiebung gekippt, aus aktuellem Grund aber wieder modifiziert aufgenommen. Anstelle der großen “gemeinsamen Veranstaltung” mit dem Jüdischen Weltkongress (WJC) will Benedikt am Freitagnachmittag in New York eine Synagoge besuchen – zum zweiten Mal in seinem Pontifikat nach dem Treffen 2005 in Köln. Allerdings darf dieses Treffen nur kurz sein: Damit die Teilnehmer rechtzeitig zum Beginn des Sabbat um 19.41 Uhr wieder in ihren Wohnungen sein können.

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