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Panama-Leaks: Pressestimmen zu den "Panama Papers"

Pressespiegel: Das sagt österreichische und internationale Medien zu den "Panama Leaks"
Pressespiegel: Das sagt österreichische und internationale Medien zu den "Panama Leaks" ©Screenshots
Panama-Leaks: Pressestimmen aus aller Welt zu den Enthüllungen mehrerer Medien über in Panama gegründete Briefkastenfirmen:

“Süddeutsche Zeitung”: …dann darf dies nicht verborgen bleiben

“Und das öffentliche Interesse ist hier klar: Die Geheimnisse der “Panama Papers” müssen ans Licht. Dieses Interesse ist kein voyeuristisches. Aber wenn ein Staat – wie im Fall USA/Snowden – sich mit fortwährendem Rechtsbruch Informationen verschafft oder eine Staatengemeinschaft – wie jetzt im Falle Offshore – nichts oder nicht genug dagegen unternimmt, dass Verbrecher durch Verstöße gegen UN-Sanktionen Kriege finanzieren, dann darf dies nicht verborgen bleiben.”

“Falter”: Auch die Hypo Vorarlberg dürfte tief im Offshore-Business stecken

“Es ist also eine internationale Geschichte über großes Geld und eine Struktur, die dieses Geld vor dem Zugriff von Staaten schützt. Es ist auch eine Geschichte über eine Plage der Menschheit: das Offshore-Business, das meist legal und manchmal verbrecherisch der Menschheit immer größere Vermögen entzieht. […]

Was in Panama abgespeichert wurde, betrifft die ganze große und kleine Welt – und daher auch Österreich. Es sind auch erstaunlich viele mittelständische Unternehmen darin zu finden. Wien kommt als Hotspot aufklärungswürdiger Geschäfte immer wieder vor. Vor allem Banken haben Erklärungsbedarf.

Recherchen in Österreich zeigen, wie osteuropäische Machthaber und Oligarchen – etwa Ukraines Präsident Petro Poroschenko oder der ehemalige kasachische Botschafter Rachat Alijew – zum Teil über Wiener Konten in Offshore-Firmen gebunkerte Millionen nützen können.

Auch die Hypo Vorarlberg dürfte tief im Offshore-Business stecken, etwa um russischen Oligarchen zu Diensten zu stehen, die Millionen in Steueroasen verschieben oder ihre Yachten verstecken wollen.”

“ORF”:  Nie da gewesene Dimension

“Die 11,5 Millionen Dokumente von Panama-Papers umfassen E-Mails, Briefe, Faxnachrichten, Kreditverträge, Gründungsurkunden, Kontoauszüge und Rechnungen aus den Jahren 1977 bis 2015, die von 376 Journalisten ausgewertet wurden. Die jüngsten Dokumente stammen vom Dezember 2015. Dabei wurden die Vernetzungen von insgesamt 214.488 Briefkastenfirmen aufgedeckt. […]

Die Panama-Papers haben eine nie da gewesene Dimension: Geldwäsche, Briefkastenfirmen und Offshore-Geschäfte – und Österreich ist mittendrin.”

“Der Spiegel”: Schrecklich diskret

“Dennoch dürften die Panama Papers höhere Wellen schlagen als frühere Veröffentlichungen. Das liegt zum einen an der Prominenz der Betroffenen. […] Die neuen Enthüllungen dagegen betreffen zahlreiche Politiker, die noch in Amt und Würden sind. Dass manchen dies durchaus unangenehm ist, zeigt das Beispiel des isländischen Premiers Gunnlaugson. Als dieser vor wenigen Tagen auf eine Briefkastenfirma unter seinem Namen angesprochen wurde, brach er nach ein paar gestotterten Sätzen das Interview ab.

Zum Zweiten ist in jüngster Zeit immer deutlicher geworden, dass sich selbst unbescholtene Nutzer von Briefkastenfirmen in ein Umfeld begeben, das Kriminelle und anderweitig suspekte Vermögensbesitzer anzieht.”

“The Guardian”: Jetzt sind Reformen gefragt

“Der verborgene Wohlstand einiger der weltweit prominentesten politischen Führer sowie von Celebrities ist durch eine beispiellose undichte Stelle durch Millionen von Dokumenten enthüllt worden. Diese zeigen die unzähligen Wege, durch die die Reichen geheime Offshore-Steuer-Regelungen ausbeuten können. (…)

Obwohl nichts Ungesetzliches daran ist, Offshore Unternehmen zu nutzen, so lassen die Papiere doch grundsätzliche Fragen über die

Ethik solcher Steuerparadiese aufkommen. Und die Enthüllungen werden wahrscheinlich dringende Rufe nach Reformen eines Systems provozieren, von dem Kritiker sagen, dass es obskur und wie gemacht für Missbrauch ist.”

BBC: Wie die reichen und Mächtigen Steueroasen verwenden

“Ein riesiges Leck vertraulicher Dokumente legt offen, wie die Reichen und Mächtigen gewaltige Steueroasen nutzen, um ihr Vermögen zu verschleiern. Sie zeigen, wie Mossack Fonseca Kunden half, Geld zu waschen, Sanktionen zu umgehen und Steuern zu entgehen. […] Und sie enthüllen einen mutmaßlichen Millionen-Dollar-Geldwäsche-Ring mit engen Vertrauen Putins.”

“Tages-Anzeiger”: Putins Vermögenswerte von zweifelhafter Natur

“Aber die Panama Papers zeigen, dass unter dem Siegel der Verschwiegenheit eben nicht nur legale Geschäfte getätigt oder Steuern gespart, sondern auch große Vermögenswerte zweifelhafter Natur verschoben wurden. Zu denken gibt namentlich das Finanzgebaren von Wladimir Putins Entourage, also das Umfeld des zweitmächtigsten Mannes der Welt. Wie kann es sein, dass ein russischer Cellist plötzlich die Kontrolle über ein Milliardenvermögen erhält und von Kriegen Putins profitiert? (…)

Das Bankgeheimnis ist gefallen, die Großbanken haben viel gelernt in den letzten Jahren, die Schweiz hat eines der strengsten Geldwäschereigesetze. Noch nicht begriffen, dass sich die Zeiten geändert haben, haben die Finanzintermediäre, die noblen Anwaltskanzleien im Zürcher Finanzdistrikt und Auslandsbanken mit Niederlassungen in der Schweiz. Da schläft die Finanzmarktaufsicht (Finma) ganz offensichtlich. Es wäre an der Zeit, dass sie ihren Auftrag wahrnimmt und die Stimme erhebt, statt wegzuschauen.”

“Corriere della Sera”: Der größte Finanzskandal der Geschichte

“In den größten Finanzskandal der Geschichte in Verbindung mit Steuerhinterziehung sind Minister, Könige, Präsidenten, Milliardäre und Fußballspieler verwickelt. Die “Panama Papers”, 11,5 Millionen Dokumente, die in den Besitz von Journalisten gelangt sind, betreffen eine enorme Menge versteckten Offshore-Geldes. Geld, das in einigen Fällen sauber ist, meist schmutzig (durch Steuerhinterziehung), und manchmal sogar mit Blut befleckt (das Geld des organisierten Verbrechens). Die Anwaltskanzlei “Mossack Fonseca” in Panama ist seit 1977 eine der besten Adressen in der Welt, an die man sich wenden kann, um Geld am Staat vorbei zu schleusen. Seit gestern wissen wir, wer die Kunden sind. Zehntausende Menschen in 200 Ländern. (…) Und die Ergebnisse der neun Monate dauernden Recherchen werden in den kommenden Tagen weiter verbreitet.” (red)

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