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Österreich mit Rekordanteil an russischen Gasimporten

Mit einer Importquote von 98 Prozent der Gasimporte aus Russland im Dezember, steht Österreich gemeinsam mit Ungarn und der Slowakei im Vergleich europaweit an der Spitze des Anteils russischer Gasimporte.

Wenn man die Zahlen seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 vergleicht, ist die Menge an russischem Gas zwar zurückgegangen, die von der Bundesregierung angekündigte Unabhängigkeit von russischem Gas ist allerdings nach wie vor in weiter Ferne.

Weniger Nachfrage - Menge sinkt

Zuletzt war die Gesamtmenge der Gasimporte nach Österreich deutlich zurückgegangen wie auf der Homepage des Energieministeriums von Leonore Gewessler nachzulesen ist. Dies liegt nicht zuletzt am bislang milden Winter und Maßnahmen zur Reduktion des Gasverbrauchs. So ist der Gasverbrauch in Österreich seit 2021 von insgesamt 100,3 Terawattstunden auf nunmehr 75,6 Terawattstunden um rund ein Viertel gesunken.

©Grafik Energieministerium

Abhängigkeit von russischem Gas

Auch wenn die Importmenge im Dezember 2023 deutlich unter der Menge vom Februar 2022 liegt, wurde im Monatsvergleich zwischen Dezember 2022 und 2023 beinahe gleichviel Gas importiert. Geändert hat sich allerdings der Anteil an russischem Gas. Waren es im Dezember 2022 noch 7 Prozent der Gesamtmenge, stehen die Gasimporte aus Russland im Dezember 2023 bei beinahe 100 Prozent. Von einer Unabhängigkeit von russischem Gas ist Österreich also noch weit entfernt, auch wenn die zuständige Ministerin Leonore Gewesner (Grüne) immer wieder die Bemühungen betont neben dem generellen Ausstieg aus fossilen Energieträgern vor allem von Russland voranzutreiben.

Österreichs Gasimporte finanzieren Krieg

Auf Seiten der Opposition gibt es für die Tatsache, dass auch knapp zwei Jahre nach Kriegsbeginn ein erheblicher Anteil des österreichischen Gases aus Russland stammt, massive Kritik. NEOS Energiesprecherin Karin Doppelbauer: "Hoffentlich trifft die Energieministerin jetzt endlich Maßnahmen, damit wir uns rasch und endgültig aus Putins Würgegriff befreien." Sich in den letzten zwei Jahren immer wieder hinzustellen, dass die Abhängigkeit Österreichs von russischem Gas deutlich gesunken sei, ist nichts als "Augenauswischerei", heißt es in einer Aussendung der NEOS weiter.

NEOS Energiesprecherin Karin Doppelbauer fordert die Regierung auf endlich zu handeln. ©APA/HELMUT FOHRINGER

Zeit drängt um Versorgungssicherheit herzustellen

Ende 2023 enden die Transitverträge mit der Ukraine und bislang ist unklar wie es danach weitergeht. Dementsprechend drängt für Doppelbauer die Zeit, nun innerhalb weniger Monate die Versorgungssicherheit für die kommenden Jahre sicherzustellen.

Gewessler will gesetzliche Verpflichtung

Leonore Gewessler (Grüne) will durch staatliche Eingriffe die hohe Abhängigkeit Österreichs von russischem Gas bekämpfen. Sie wolle Gasversorger per Gesetz dazu verpflichten, schrittweise einen steigenden Anteil an nicht-russischem Erdgas nachzuweisen, sagte Gewessler am Montag in Wien. Im Dezember 2023 habe Gas aus Russland 98 Prozent der Importe ausgemacht. Das sei ein Höchststand seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine, sagte die Ministerin. "Wir sehen aktuell ein klares Marktversagen. Es gibt genug nicht-russisches Erdgas - aber die Energieunternehmen kaufen dieses nicht." Für die entsprechende Gesetzesänderung sei allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament nötig, so die Ministerin weiter.

Gewessler will gesetzliche Verpflichtung zur Reduktion von russischen Gasimporten. ©VOL.AT/Stiplovsek

(VOL.AT)

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