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Osterfeiern von Sorge um Papst überschattet

Von der Sorge um den kranken Papst getrübt schreiten in Rom die Osterfeierlichkeiten voran. Am späten Samstagabend feiert Kardinal Joseph Ratzinger im Petersdom den Osternacht-Gottesdienst.

Die Festmesse am Ostersonntag leitet Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano. Der anschließende Ostersegen „Urbi et orbi“ ist dagegen dem Papst vorbehalten, obwohl noch unklar von wo aus er ihn erteilen wird.

Johannes Paul II. wird den Segen entweder per Video-Schaltung erteilen, oder sich dazu an das Fenster seiner Wohnung oberhalb des Petersplatzes begiben. Auch bei der Karfreitagsliturgie am Nachmittag hatte der 84-Jährige nicht teilnehmen können. Er ließ sich dabei vom amerikanischen Kurienkardinal Francis James Stafford vertreten. Die Karfreitagspredigt hielt traditionsgemäß der vatikanische Hausprediger, Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa.

Über den Gesundheitszustand des Heiligen Vaters gab es zuletzt keine neuen Erkenntnisse und Hinweise. Beobachter werten es als gutes Signal, dass das Kirchenoberhaupt am Karfreitag die eineinhalbstündige Zeremonie des Kreuzweges sitzend in seiner Kapelle über TV mitgebetet und am Ende sogar für zehn Minuten ein Holzkreuz getragen hat.

Die Tatsache, dass der Papst während dieser Aufnahmen nur von hinten zu sehen war, führte allerdings zu neuen Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. Die Bilder von Johannes Paul II., der konzentriert das Kreuz in der Hand hielt, lösten einen langen Applaus unter den Zuschauern aus. Die Hoffnung der Gläubigen, dass der Heilige Vater an sie noch einen Gruß richten würde, blieb aber unerfüllt. „Sein Gesicht nicht sehen zu können, hat wohl alle beunruhigt“, brachte es die römische Zeitung „Il Messaggero“ auf den Punkt. Es ist das erste Mal in seinen 26 Amtsjahren, dass der Pontifex den Osterfeierlichkeiten nicht selbst vorsitzen kann.

Unterdessen erlebt Rom derzeit einen neuen Touristen-Boom. Sieben Prozent Besucher mehr als im Vorjahr wollen während der Feiertage die Ewige Stadt besuchen, teilten die italienischen Tourismus-Behörden mit.

Papst verfolgt Osternachtfeier im Fernsehen

Der schwer kranke Papst Johannes Paul II. wird die Osternachtfeier am Samstagabend im Fernsehen verfolgen. Es sei nicht geplant, dass das 84-jährige Kirchenoberhaupt per Video zu der Zeremonie in den Petersdom zugeschaltet wird, berichtete das italienische Fernsehen. Beim Karfreitag-Kreuzweg hatte sich der Pontifex mehrmals aus seiner Privatkapelle zu den Gläubigen am Kolosseum zuschalten lassen.

Die Feier wird im Auftrag des Papstes vom deutschen Kardinal Joseph Ratzinger, dem Präfekt der Glaubenskongregation, geleitet. Im Verlauf der mehrstündigen Messe wird die Osterkerze angezündet, die die Auferstehung Jesu von den Toten symbolisieren soll. Es ist das erste Mal, dass Johannes Paul II. der Osternachtfeier nicht selbst vorsitzt. Jedoch will er sich am Sonntag bei der Ostermesse am Fenster zeigen und die Gläubigen segnen.

Karfreitagsliturgie

Erstmals seit 26 Jahren hat die traditionelle Karfreitagsliturgie ohne den kranken Papst begonnen. Er verfolgte fast regunglos die lange Prozession auf einem Bildschirm vor dem Altar seiner Privatkapelle.

Im Petersdom wurde der Heilige Vater von US-Kardinal James Stafford vertreten. Inzwischen versammelten sich tausende Pilger vor dem Kolosseum, vor dem die Karfreitagsprozession abgehalten wird. Der Kreuzweg wird vom römischen Kardinalvikar Camillo Ruini angeführt.

Ruini verlas eine Botschaft des Papstes an die Gläubigen. „Auch wenn ich nicht anwesend bin, bin ich im Geiste mit Euch beim Kolosseum“, hieß es in der Botschaft. Der Staatsfernsehen RAI zeigte den Papst, der in seiner Privatkapelle auf einem Bildschirm die Prozession verfolgte. Dabei wurde der Heilige Vater aber nur von hinten gezeigt. „Ich biete Euch mein Leiden an, damit das Projekt Gottes verwirklicht werden kann und damit Sein Wort einen Weg zu den Menschen findet“, betonte Johannes Paul II. in seiner Botschaft.

Kardinal Ruini trug das Kruzifix in den ersten zwei Stationen des Kreuzgangs. Dazwischen übernahmen auch eine Nonne, zwei Franziskanerbrüder und Laien das Kreuz. Die Meditationstexte zum Kreuzweg – der über „Mondovision“ in alle Welt übertragen wurde – verfasste in diesem Jahr der Kurienkardinal Joseph Ratzinger.

Der Papst verfolgte fast regunglos die lange Prozession auf einem Bildschirm, der vor dem Altar seiner Privatkapelle aufgestellt worden war. Während die letzte Meditation des Kreuzwegs verlesen wurde, hat der Heilige Vater auch ein Kreuz in die Hand genommen. Die Tausenden Pilger, die trotz regnerischen Wetters zum Kolosseum gekommen waren, jubelten dem 84-jährigen Kirchenoberhaupt begeistert zu.

Johannes Paul war im Anschluss an eine Luftröhrenoperation erst am 13. März aus der Klinik in den Vatikan zurückgekehrt. Für den Ostersonntag wurde in Rom damit gerechnet, dass der Papst trotz seiner andauernden Rekonvaleszenz den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ erteilen kann.

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