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Oscars: Unbeschwerte Revue-Stimmung in politfreier Gala

Große Geheimhaltung hatte vor der 81. Oscar-Verleihung, die in der Nacht auf heute, Montag, im Kodak Theatre in Los Angeles über die Bühne ging, über Ablauf und Gestaltung der Gala geherrscht.

Vielleicht wegen der legendären Namen von Sophia Loren bis zu Anthony Hopkins, die heuer als persönliche Laudatoren für jeden Nominierten die Darsteller-Preise überreichten. Davon abgesehen waren Überraschungen, berührende Momente und freche Gags in dieser Gala eher spärlich gesät. Moderator Hugh Jackman betätigte sich vor allem als beschwingter Sänger, der einer politfreien Gala unbeschwerte Revue-Stimmung einzuhauchen versuchte.

Und so eröffnete er bereits mit einem gesanglichen Rundblick über die großen fünf Favoriten des Abends – “Slumdog Millionär”, der als großer Sieger hervorgehen sollte, “Der seltsame Fall des Benjamin Button”, der mit nur drei Oscars weit hinter den Erwartungen zurückblieb, “Milk”, der immerhin zweimal zuschlug, “Der Vorleser”, der Kate Winslet ihren ersten Oscar bescherte, und “Frost/Nixon”, der völlig leer ausging.

Abgesehen von den beiden “Milk”-Siegern Sean Penn und Drehbuchautor Dustin Lance Black, die ihre Dankesworte nutzten, um für Gleichstellung von Homosexuellen einzutreten, blieben politische Anspielungen heuer aus – auch der neue Präsident Barack Obama kam ungeschoren davon. “Change” sei endlich gekommen, ließ sich Jackman zwar vernehmen. Doch der Grund: “Musical is back!” – und schon präsentierte Beyonce Knowles ein Best-of-Medley der bekanntesten Musical-Ohrwürmer. Musikalisch – wie in jeder anderen Hinsicht – prägend war allerdings auch “Slumdog Millionär”, dessen zwei nominierte Songs mit einem großen Tanzaufgebot die ganze Gala in buntes Bollywood-Flair hüllten.

Zwischen den glatten Scherzen der Laudatoren und kurz gefassten Dankesreden machten sich auch die emotionalen oder humorvollen Höhepunkte des Abends rar. Die postume Ehrung für Heath Ledger wurde nur zu einem kurzen Gedenken an den 2008 im Alter von 28 Jahren an einer Medikamenten-Überdosis verstorbenen Schauspieler. Seine Familie nahm die Statue entgegen und sprach von Ledgers “stiller Entschlossenheit, von euch allen hier akzeptiert zu werden”, die sich nun erfüllt habe. Bei aller Trauer wolle man heute “feiern und uns freuen, für das was er erreicht hat”, so Ledgers Schwester. “Heath, wir wünschten wirklich, du wärest hier.”

Sichtlich gerührt waren auch die beiden ausgezeichneten Darstellerinnen, Penelope Cruz, die sich fragte, ob hier schon einmal jemand in Ohnmacht gefallen sei, und Kate Winslet, die zugab, ihre Rede schon mit acht Jahren vor dem Badezimmer-Spiegel geübt zu haben. “Aber diesmal ist es keine Shampoo-Flasche”, freute sie sich über ihre erste Oscar-Statuette nach mittlerweile sechs Nominierungen.

Ein schönes Bild zum Abschluss seines Triumphzuges bot das ganze große Team von “Slumdog Millionär”, das sich zur Entgegennahme des Oscars für den Besten Film aus den Händen von Steven Spielberg auf dem Podium versammelte. Dieser Film spiegle ihrer aller Liebe zu der Stadt Mumbai wieder, betonte Produzent Christian Colson. Und zwischen all seinen indischen Darstellern, die in dieser 81. Oscar-Gala einen fulminanten Sieg davon getragen haben, war diese Liebe eindrucksvoll zu spüren.

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