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Orthodoxe Christen in der Türkei fürchten um ihre Sicherheit

Drei von vier orthodoxen Christen in der Türkei fürchten im Alltag um ihre Sicherheit. In einer am Dienstag von der Tageszeitung "Cumhuriyet" veröffentlichten Studie gaben, wie Kathpress berichtet, knapp 40 Prozent der befragten Christen an, dass sie "ständig" in Sorge um ihre Sicherheit leben. Weitere 38 Prozent sagten, sie hätten "manchmal" Angst. Für die Studie befragte das demoskopische Institut AKAM im Jänner 820 orthodoxe Christen in Istanbul und Izmir. Insgesamt leben laut den Angaben in der Türkei noch 2.000 bis 3.000 Angehörige dieser Minderheit.
Laut der Studie fühlen sich zwei Drittel der Christen von der türkischen Gesellschaft zumindest manchmal ausgegrenzt; knapp 43 Prozent fühlen sich sogar ständig ausgegrenzt. Dass der türkische Staat seine christlichen Bürger nicht schätzt, glauben demnach knapp 68 Prozent der Befragten. Fast zwei Drittel sind sogar davon überzeugt, dass der Staat das Aussterben der christlichen Minderheit wünscht.

Von den politischen Parteien der Türkei vertrauen die Christen mit fast 38 Prozent am meisten der gemäßigt islamischen AKP (Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei) von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, gefolgt von der kemalistischen Oppositionspartei CHP (Republikanische Volkspartei) mit knapp 34 Prozent. Nach ihren politischen Forderungen befragt, nannte fast die Hälfte der orthodoxen Christen den Wunsch nach Wiedereröffnung des seit fast 40 Jahren geschlossenen Priesterseminars auf der Prinzeninsel Chalki (Heybeli), um den Fortbestand des Patriarchats von Konstantinopel zu sichern. Ebenso viele Befragte forderten die Anerkennung des Ökumenischen Patriarchats durch den türkischen Staat. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., das Oberhaupt der Weltorthodoxie, hatte die Politik des türkischen Staates gegenüber religiösen Minoritäten in einem US-Fernsehsender scharf kritisiert. Es sei zwar kein Verbrechen, als Minderheit in der Türkei zu leben, man fühle sich aber als zweitklassig, erklärte Bartholomaios. “Wir haben nicht das Gefühl, die vollen Rechte als türkische Bürger zu haben”.

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