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Organisation DIAR als Schnittstelle

Alle drei am vergangenen Freitag Festgenommenen Waffensammler waren in der sogenannten "Döblinger Initiative für Autofahrerrechte" engagiert.

Die Schnittstelle für die Waffensammler mit rechtsextremen Hintergrund, die am vergangenen Freitag verhaftet wurden, dürfte nach der APA vorliegenden Informationen offenbar die „Döblinger Initiative für Autofahrerrechte“ (DIAR) gewesen sein. Deren maßgeblicher Proponent war der frühere Aktivist der verbotenen Aktion Neue Rechte (ANR), Georg G., der vor einigen Monaten nach einem Magendurchbruch starb. Alle drei Verhafteten, darunter auch ein früherer Aktivist der verbotenen VAPO, sollen demnach in der DIAR mitgearbeitet haben.

Georg G. fiel bereits in den siebziger Jahren auf: 1977 soll er, wie es in dem Buch „Aufbruch der Völkischen“ des Rechtsextremismus-Experten Wolfgang Purtscheller heißt, an der Spitze von ANR-Aktivisten mit Knüppeln und Gaspistolen auf der Rampe der Universität Wien auf Antifaschisten losgegangen sein. Auf der Homepage der DIAR rief er zum Kampf gegen die „Grünbolschewisten“ auf, bezeichnete die FPÖ als „schwule Buberlpartie“ und die ÖVP sowie SPÖ als „Verbrecherparteien“.

Zu ausgewiesenen Rechtsextremisten pflegte Georg G. laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) ausgezeichnete Kontakte: Mit Wilhelm E., in dessen Haus in der Leopoldstadt sich die beiden früheren VAPO-Größen Gottfried K. und Stefan T. jeweils mehrere Wohnungen gekauft haben, ist Georg G. nicht nur über die DIAR verbunden. Beide scheinen zugleich auch in der von E. betriebenen Nationalkonservativen Union (NAKU) auf, so das DÖW. Weiters sind in beiden Organisation die Aktivisten Heinz C. und Viktor F. zu finden. Wilhelm E. trat am 13. April dieses Jahres unter anderem als Redner bei der Kundgebung gegen die Wehrmachtsausstellung am Heldenplatz in Erscheinung.

Enge Kontakte dieses Quartetts untereinander gab es laut DÖW aber schon in den achtziger Jahren: Damals waren die vier demnach auch in der Europa-Burschenschaft – Tafelrunde zu Wien organisiert. Ein weiterer Korporierter der Tafelrunde war dem Dokumentationsarchiv zufolge ein FPÖ-Landtagsabgeordneter aus dem südlichen Niederösterreich, der kürzlich in Zusammenhang mit einer Vaterschaftsaffäre für Schlagzeilen sorgte. Zudem soll er laut einem der APA vorliegenden Artikel aus dem Jahr 1996 ab 1992 in eine Waffenschmuggel-Affäre nach Kroatien verwickelt gewesen sein.

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