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ORF-Reporter berichtet: "Da lag ein Tourist mit einem Kopfschuss"

Peter Fritz erlebte den Anschlag aus nächster Nähe.
Peter Fritz erlebte den Anschlag aus nächster Nähe. ©APA
Den tödlichen Anschlag von Straßburg haben auch Österreicher unmittelbar und hautnah erlebt. ORF-Korrespondent Peter Fritz setzte Dienstagabend kurz vor 21.00 Uhr zwei Tweets ab: "Schüsse am Straßburger Weihnachtsmarkt, Evakuierung läuft" und: "Ich stehe neben einem Mann mit zwei Kopfschüssen, wir haben Wiederbelebung nach 45min eingestellt" - auf ärztlichen Hinweis, dass es keinen Sinn mehr habe.
Terror in Straßburg
Schießerei bei Christkindlmarkt
Schüsse in Straßburg

Fritz – ORF-Korrespondent und Büroleiter in Brüssel – schildert gegenüber der APA, wie er zum Augenzeugen wurde: Der Journalist war gerade auf der Pont Saint Martin in dem beliebten Viertel “Petite France” unterwegs. “Ich habe mit meiner Frau telefoniert, da habe ich Knaller gehört und gar nicht an Schüsse gedacht”, sagt Fritz. Dann sei er um die Ecke abgebogen. Ein Tourist aus Thailand sei am Boden gelegen und habe stark aus dem Hinterkopf geblutet, der Mann war in Begleitung seiner Frau.

Atemspende und Herzmassage

Man habe versucht, den Angeschossenen mit zwei ärztlich geschulten Frauen aus Deutschland zu stabilisieren. “Sie haben die Atemspende und ich die Herzmassage gemacht”, doch die dringend benötigte Notfallhilfe sei zu spät gekommen. Er habe zwar auch die Anschläge vom 11. September 2001 aus einigen Kilometern Entfernung mitverfolgt, aber so nah sei er noch nie an einem Schauplatz gewesen, sagte der ORF-Korrespondent.

Der österreichische Journalist Wolfgang Machreich erzählt, er habe sich kurz nach 20.00 Uhr vom Europaparlament auf den Weg durch den Weihnachtsmarkt in die Innenstadt zum Place Gutenberg gemacht. Dann habe er einen Knall gehört, “ich dachte zuerst an einen Silvesterkracher”. Ein torkelnder Mann und schreiende Menschen seien ihm entgegengelaufen, doch niemand, auch nicht die Security-Leute auf dem Weihnachtsmarkt hätten zunächst gewusst, was los sei.

Unsicherheit

Umliegende Restaurants und Pubs hätten sofort die Rollläden heruntergelassen, erst eine weiter entfernte Bar habe ihn hereingelassen, schildert Machreich. Zwei Stunden später habe er das Lokal auf eigene Gefahr verlassen, an jeder Ecke habe Unsicherheit geherrscht. “Dann waren da Rettungsautos Ende nie, überall schwer bewaffnetes Militär und Hubschrauber. Es war gespenstisch, wie bei einem Putsch”, sagt Machreich.

Während die Menschen in der Straßburger Innenstadt in Lokalen Schutz suchten, durften Abgeordnete, ihre Mitarbeiter und Journalisten das Europaparlament bis 2.00 Uhr früh aus Sicherheitsgründen nicht verlassen. Unruhe machte sich breit. Zuerst wurden nämlich nur die Abgeordneten mit Limousinen-Konvois durch die Polizei aus dem Gebäude begleitet.

Fritz über die Lage in Straßburg

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(Red.)

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