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ORF-Marktanteile: Es geht noch tiefer

Schwarzer Mai im ORF: Nach dem historischen Quotentief vom April hat der ORF im zweiten Monat der Programmreform einen weiteren Tiefenrekord aufgestellt.

Das ORF-Fernsehen kam im Mai auf einen Marktanteil in den heimischen Kabel- und Satelliten-Haushalten von gerade einmal 36,7 Prozent. Das entspricht einem Minus von fünf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und ist der tiefste Wert seit Einführung des Teletests Anfang der 90er Jahre.

Die 40-Prozent-Marke, die seit der Ära Bacher als „Mindestflughöhe“ in Sachen TV-Quoten gilt, hat ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz damit – wie schon im Vormonat – deutlich verfehlt. Sowohl ORF 1 als auch ORF 2 verloren im Jahresvergleich deutlich, nämlich je 2,5 Prozentpunkte – an Marktanteil. ORF 1 stürzte im Mai von 16,9 im Vorjahr auf maue 14,4 Prozent KaSat-Marktanteil ab und ORF 2 erreichte 22,3 Prozent – 2006 waren es noch 24,8 Prozent. Vergleicht man die Monate Jänner bis einschließlich Mai fällt der Vergleich mit dem Vorjahr etwas besser aus: Im Jahr 2006 lag der KaSat-Marktanteil des ORF-Fernsehens in den ersten fünf Monaten bei 44,4 Prozent, heuer kommt der Sender immerhin auf 42,0 Prozent.

Die Problemzonen sind bekannt: Der ORF 1-Vorabend mit „Mitten im Achten“, „Szene;)“ und „Vera exklusiv“ bleibt drastisch hinter den Erwartungen zurück. Auch „Newton“ bringt am Samstag nicht die erwünschte Quote. Als wahrer Quotenkiller hat sich die tägliche Serie „Julia“ entpuppt, die den Publikumsfluss im ORF 2- Vorabend stört. Am 11. Juni wird die Richterin, alias Christiane Hörbiger, durch das neue Magazin „Sommerzeit“ ersetzt.

Auf wenig Zuschauerliebe stoßen laut ORF auch die „anspruchsvollen Programme“ in der ORF 2-Primetime. Unterdurchschnittlich verläuft demnach zum Beispiel die neue Dokuleiste „Menschen und Mächte“, als Flop erwies sich auch die Theaterübertragung von „Viel Lärm um Nichts“ mit 44.000 Zuschauern und fünf Prozent Marktanteil im Samstag-Spätabend.

Dem Vernehmen nach will Wrabetz dem Quotenabsturz nicht weiter zusehen. Lautete im April – hier kam der ORF auf 37,9 Prozent – die Devise noch: Geduld haben, dürfte der ORF seine Problemzonen jetzt aktiv angehen. Im ORF ist zu hören, dass der Generaldirektor bei der nächsten Stiftungsratssitzung am 11. Juni seine Entscheidungen bekannt geben wird, wie die Quotenbaustellen repariert werden sollen.

Bei der jungen Zielgruppe zwischen zwölf und 29 Jahren erreichte der ORF übrigens mit ORF 1 einen KaSat-Marktanteil von 20,2 und mit ORF 2 5,3 Prozent. Schon relativ dicht auf den Fersen folgt ProSieben, das nicht zuletzt auf Grund der auch in Österreich erfolgreichen Sendung „Germanys next Topmodel“ bei den jungen Zusehern 15,7 Prozent KaSat-Anteil einfuhr. Der österreichische Privatsender ATV kam im Mai auf einen gesamten KaSat-Marktanteil von 2,5 Prozent – in der jungen Zielgruppe erreichte der Sender 3,1 Prozent. Bei den zwölf bis 49-Jährigen kam ORF 1 auf 18,2 und ORF 2 auf 11,4 Prozent, ProSieben erreichte 10,1 und ATV 3,3 Prozent KaSat-Anteil.

Zum Vergleich bringt die APA im Folgenden die Mai-Quoten des ORF seit dem Jahr 2000. Der Marktanteil hat sich seit dem um knapp zehn Prozent verringert.

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