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Opposition empört über Merkels Äußerung zu Pensionisten in Südeuropa

Die Opposition in Deutschland hat mit Empörung auf die Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Pensionseintritt in südeuropäischen Ländern wie Griechenland reagiert.
"In Schuldenländern länger arbeiten"
“Frau Merkel setzt wieder einmal auf Populismus und Stimmungen statt auf sachliche Argumente”, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel am Mittwoch zu “Spiegel Online”. Es sei beschämend, dass Merkel die europäische Idee leichtfertig verspiele, “nur um billigen Beifall vom Boulevard zu bekommen”. Damit schüre sie “antieuropäische Ressentiments, statt endlich Verantwortung für Europa als Ganzes zu übernehmen”. Gabriel fügte hinzu: “Das Sparprogramm, das die griechische Regierung ihrer Bevölkerung zumutet, ist ohne Beispiel.”

Merkels Vorstoß “provoziert antideutsche Stimmungsmache in Europa und antieuropäische Ressentiments in Deutschland”, erklärte Linken-Chef Klaus Ernst. “Wenn die Menschen Europa mit Schrumpflöhnen, Schrumpfrenten und längeren Arbeitszeiten identifizieren, dann hat die europäische Idee keine Zukunft.” Dies sei “Politik unterhalb des Stammtischniveaus”.

Der Grünen-Fraktionschef im Europaparlament, Daniel Cohn-Bendit, nannte Merkels Vorstoß “absurd”. Er sagte zu “Spiegel Online”: “Natürlich arbeiten die Menschen in Südeuropa viel.” Anstatt auf “billigen Beifall” zu setzen, solle die Kanzlerin lieber konkrete Vorschläge machen. “Wenn man über soziale und ökonomische Konvergenz redet, dann sollte man alle plakativen Sprüche und Vorurteile an der Garderobe abgeben.”

Merkel hatte bei einer Parteiveranstaltung am Dienstagabend einen früheren Pensionseintritt und ein höheres Urlaubspensum in südeuropäischen Länder kritisiert. Wer deutsche Hilfe in Anspruch nehmen wolle, müsse sich im Gegenzug “anstrengen”.

Am Mittwoch ließ sie die Kritik der Opposition an ihren Äußerungen zurückweisen. Der sogenannte Europlus-Pakt sehe eine stärkere Koordinierung der Wirtschaftspolitik vor, sagte Vizeregierungssprecher Christoph Steegmans vor Journalisten in Berlin. Dazu zähle als ein möglicher Reformschritt die Angleichung der Pensionssysteme an die nationale demografische Situation. Dabei gehe es auch um die Annäherung des tatsächlichen Pensionseintrittsalters an das gesetzliche. “Das ist alles andere als Populismus”, sagte Steegmans.

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