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Opferzahl nach Anschlägen in syrischen Städten gestiegen

Veheerendste Anschläge in der Region
Veheerendste Anschläge in der Region
Die Zahl der Todesopfer bei den Anschlägen in den vom Assad-Regime kontrollierten Küstengebieten Syriens ist nach Angaben von Aktivisten auf mindestens 159 Menschen gestiegen. Mindestens 109 Personen seien in Jableh umgekommen, mindestens 50 Menschen in Tartous, teilte die Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit. Russland rief unterdessen zu einer dreitägigen Feuerpause auf.


Nach Informationen der Menschenrechtsbeobachter waren am Montag neun Anschläge in den beiden Städten verübt worden. Der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge starben dabei “nur” 78 Menschen. In dem seit fünf Jahren andauernden syrischen Bürgerkrieg waren es die bisher verheerendsten Anschläge in der Region. In einem Internetschreiben bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu den Taten. Dies konnte nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

Nach der Warnung syrischer Rebellengruppen vor einer Fortsetzung der Offensive der Regierungstruppen im Osten von Damaskus hat Russland unterdessen eine dreitägige Feuerpause vorgeschlagen. Zur Stabilisierung der Lage sollten die Waffen in den beiden Rebellenhochburgen Daraya und Ost-Ghouta ab Dienstag für 72 Stunden schweigen, erklärte der Leiter des russischen Koordinierungszentrums für Syrien, Sergej Kuralenko.

Erneut rief Kuralenko die moderaten Rebellen auf, sich aus allen Gebieten zurückzuziehen, die von der Al-Nusra-Front, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, kontrolliert werden. Er warf den Rebellen vor, gemeinsam mit den Jihadisten eine neue Offensive in Ost-Ghouta und einigen Vororten von Damaskus vorzubereiten. Schon jetzt stünden die Regierungstruppen dort unter Dauerfeuer, sagte er.

Am Sonntag hatten 29 Rebellengruppen den USA und Russland eine Frist von zwei Tagen gesetzt, die Offensive der Regierungstruppen in Daraya und Ost-Ghouta zu stoppen. Sie drohten mit einem endgültigen Ende der Waffenruhe und mit ihrem kompletten Rückzug von den Genfer Friedensgesprächen, sollte ihre Forderung nicht erfüllt werden.

Der US-Gesandte Michael Ratney rief die Rebellen auf, sich weiter an die Waffenruhe zu halten. Den USA sei bewusst, dass die seit 27. Februar geltende Feuerpause “unter enormen Druck geraten” sei, doch wäre ihr völliges Ende ein “strategischer Fehler”, erklärte Ratney am Montag über den Kurzbotschaftendienst Twitter.

Sollten die Rebellen die Übereinkunft aufkündigen, könnten Staatschef Bashar al-Assad und “seine Unterstützer” dies als “Lizenz zum Angriff auf alle Oppositionskräfte” auslegen, warnte der US-Gesandte. Die USA teilten aber die Sorge der Rebellen und hätten diese auch gegenüber Moskau zur Sprache gebracht.

Auf Betreiben der USA und Russlands gilt seit dem 27. Februar in Syrien eine Waffenruhe, von der nur Jihadistengruppen wie der Islamische Staat (IS) und die Al-Nusra-Front ausgenommen sind. Seit Wochen wird die Vereinbarung allerdings immer wieder von beiden Seiten gebrochen.

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