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Opferbilanz des Erdbebens in Italien immer dramatischer

Bei dem schweren Erdbeben in der mittelitalienischen Region Abruzzen sind laut einer vorläufigen Bilanz 279 Menschen ums Leben gekommen, darunter 20 Kinder.
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1.500 Personen wurden verletzt und befinden sich in Krankenhäusern der Städten um die Abruzzen-Hauptstadt L’Aquila, berichtete der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

20.000 Menschen sind obdachlos, 10.000 davon wurden in 171 Hotels an der Adria-Küste untergebracht. 3.289 Zelte wurden für die Obdachlosen aufgestellt. 11.669 Helfer seien im Einsatz. “Die Rettungsaktion hat trotz der schwierigen Bedingungen sehr gut funktioniert. Der Einsatz der Rettungseinheiten ist beispielhaft”, sagte Berlusconi. Die Erde bebe weiter, was die Hilfsaktion erschwere. Allein zwischen Mitternacht und 7.00 Uhr Donnerstag seien 65 Erdstöße registriert worden. “Wir haben weitere Einstürze befürchtet”, erklärte Berlusconi. Er kündigte eine Verschärfung der Strafmaßnahmen gegen Plünderer in den beschädigten Gebäuden an. 700 Militärs seien gegen Plünderungen im Einsatz.

Der Premierminister appellierte an die Italiener, keine Sachlieferungen zu organisieren, sondern Geldmittel in die Abruzzen zu entsenden. “Wir brauchen keine Waren, weil der Zivilschutz schon dafür sorgt, wir brauchen Spenden”, sagte Berlusconi. Er versprach totale Transparenz über die Ausgaben für die Betroffenen. In dieser Phase sei es noch unmöglich, die Sachschäden zu beziffern, die jedenfalls mehrere Milliarden Euro betragen werden, sagte der Premierminister. Die Regierung haben bereits Finanzierungen von 100 Millionen Euro zur Bewältigung der Krisenphase locker gemacht. Auch der Zeitraum für den Wiederaufbau des Erdbebengebiets sei schwer zu schätzen. “Man kann diese Zeit nicht in Monaten berechnen”, sagte Berlusconi. 50 Prozent der Unternehmen in den Abruzzen liegen nach dem Erdbeben lahm.

Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano besuchte am Donnerstag ein Zeltlager in L’Aquila, in dem sich rund 2.000 Obdachlose befinden. Napolitano machte die schlechte Qualität der Gebäude für die hohe Opferzahl mitverantwortlich. “Niemand ist schuldlos”, betonte Napolitano, der neue Gesetze für Anti-Beben-Baustandards verlangte. Er dankte den Rettungsmannschaften für ihren “außerordentlichen Einsatz”. “Wir werden diese Stadt neu aufbauen, wir werden niemanden vergessen”, versicherte der Präsident.

Inzwischen bereitet sich L’Aquila auf das große Begräbnis am Freitag vor. 150 Menschen sollen beerdigt werden. Auf dem Platz vor einer Polizeischule in L’Aquila zelebriert der vatikanische Staatssekretär, Kardinal Tarcisio Bertone, am Freitag das Massenbegräbnis für die Bebenopfer. In ganz Italien wurde ein nationaler Trauertag ausgerufen. Am Begräbnis werden sich die hochrangigsten italienischen Politiker, angefangen von Regierungschef Silvio Berlusconi, beteiligen. Erwartet wird auch Papst-Sekretär Georg Gänswein. Auf diese Weise wolle der Heilige Vater seine Nähe zu den Betroffenen bezeugen, sagte Vatikan-Sprecher Pater Federico Lombardi.

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