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Open-Air-Event mit Charme und Schlamm

Das ungarische Sziget Festival hat 2007 nichts von seinem Charme verloren. Die Budapester Schiffswerft-Insel mit ihren Auwäldchen bietet wie gewohnt eine malerische Kulisse.

Das Rahmenprogramm hat abermals zugelegt und entwickelt sich, neben dem Line-Up mit populären Acts wie Mando Diao, Pink und Nine Inch Nails, zum eigentlichen Highlight. Leider blieb in diesem Jahr der Himmel nicht trocken und verwandelte das Gelände ab dem zweiten Veranstaltungstag mit heftigen Regenfällen in ein Schlammchaos.

Den Auftakt auf der Hauptbühne bestritt der Publikumsliebling Manu Chao, bei dessen Soundcheck bereits Konzertstimmung aufkam. Pop-Punksängerin Pink heizte dem Publikum mit bewährten Hits ein, die sie in einer gewohnt professionellen, jedoch nicht so dynamischen Performance darbot. Highlight ihres Programms war ein Janis Joplin Medley, das die stimmliche Qualität der jungen Amerikanerin zur Geltung brachte. Überraschend locker und energetisch war der Auftritt der britischen Pop-Veteranen Madness, die mit einem Hitfeuerwerk die Massen zum Kochen brachten.

Das Sziget-Rahmenprogramm scheint sich stetig weiter zu entwickeln. Zahlreiche Kreativ-Workshops laden Interessierte beispielsweise zum Töpfern oder Anfertigen von Henna-Tattoos ein. Außerdem bietet sich die Möglichkeit an Tai Chi- und Yogakursen sowie Ausdruckstanz teilzunehmen. Zur Unterhaltung werden Straßentheater, Brettspiele, Wasserspritzen und ein Schaumbecken geboten. Von Cafes, einer Drogenberatungsstelle und medizinischer Versorgung bis hin zu Thai-Massagen und Swimmingpool reicht das Angebot. Haarstudios fehlen ebenso wenig wie Surfstationen und die zahlreichen Stände, an denen T-Shirts, Accessoirs, Schmuck und Souvenirs angeboten werden.

Beim Essen herrscht neben Snacks wie Pizzaschnitten, Kebap und Paninis eine bunte Vielfalt internationaler Gerichte, die auf Plastiktellern serviert werden. Vieles im Angebot ist gut und deftig, die Preise mit durchschnittlich 1.400 Forint (knapp unter 6 Euro) in Ordnung. Snacks sind ab 400 Forint zu haben. Ähnlich sieht es mit den Getränken aus: Ein Bier kostet etwa 450 Forint, alkoholfreie Getränke gibt es ab 200 Forint.

Der erhoffte Rekord von 400.000 Besuchern dürfte heuer verfehlt werden. Obwohl viel internationales Publikum – vor allem aus Frankreich – zum Festival anreiste, verhinderte das wechselhafte feuchte Wetter den permanent starken Zustrom an Leuten. Am Samstag packten bereits viele Besucher ihre Sachen, da selbst die stabilsten Zelte unter Wasser standen. Die Verbindungswege zu den Bühnen waren oftmals kaum passierbar. Verdreckte Kleidung, Gummistiefel und Regenjacken prägen das Erscheinungsbild der Menge.

Die bis 15. August dauernde Veranstaltung verströmt nach wie vor internationales Flair, leider legt der Veranstalter noch immer nicht viel Wert auf Service in englischer Sprache. So ist es für jemanden, der nicht Ungarisch spricht, nach wie vor schwierig, sich zurecht zu finden. Nur wenige Hinweisschilder sind zweisprachig, die Möglichkeiten sich mit der Crew sinnvoll zu verständigen sehr spärlich. Viele Speisekarten wie etwa im Pressebereich geben nur auf Ungarisch Auskunft.

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