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Opel sieht sich nicht mit dem Rücken zur Wand

Der Autobauer Opel sieht seinen Betrieb trotz des vorläufigen Scheiterns eines Hilfspakets für die Mutter General Motors in den USA nicht gefährdet.

“Wir haben nicht das Problem, dass wir demnächst mit dem Rücken an der Wand stehen”, sagte Opel-Chef Hans Demant in einem am Freitag vorab veröffentlichten Interview der “WirtschaftsWoche”.

Opel frage nach einer Bürgschaft nur für den Fall, dass sich die Lage bei GM in den USA weiter verschlechtere und dann ein Zugriff auf Gelder des Mutterkonzerns nicht mehr möglich sei. “Wir haben genügend Liquidität bis weit ins kommende Jahr, auch ohne Bürgschaft und auch wenn es in den USA noch schwieriger wird”, sagte ein Opel-Sprecher am Freitag.

Bisher laufe der Zahlungsverkehr aus den USA unverändert, sagte Demant der “Frankfurter Rundschau”. Zudem betonte der Manager: “GM hat keine Schulden bei Opel.” Um nicht von einer GM-Pleite mitgerissen zu werden, hatte Opel bei Bund und Ländern um Staatshilfe gebeten. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, derzeit befinde man sich noch in einer Phase der “Sondierungsgespräche” mit den Opel-Vertretern. Die Regierung sei aber nach wie vor darauf eingestellt, gegebenenfalls eine Entscheidung bis Weihnachten zu treffen. Mit einer Bürgschaft will Opel die für die kommenden Jahre geplanten Investitionen in Deutschland sicherstellen, um den Fortbestand des Unternehmens langfristig zu sichern.

Von einer zeitweisen Verstaatlichung hält Demant nichts. “Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine Verstaatlichung einem Unternehmen helfen sollte”, sagte er der “Autogazette”.

Die Mehrheit der Deutschen lehnt einer Umfrage zufolge Hilfen aus Steuergeldern für Opel ab. 54 Prozent der Befragten vertraten in einem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer die Ansicht, dass sich der Staat bei Opel raushalten solle. 40 Prozent befürworteten eine Bürgschaft des Staates, sollte Opel wegen ausbleibender Zahlungen von GM in Zahlungsschwierigkeiten kommen.

Unterdessen nahm der Verband deutscher Opel-Händler Abstand von einer möglichen Übernahme des Rüsselsheimers Autobauers. “Tagesaktuell dürfte dies keine realistische Variante sein”, sagte Verbandssprecher Paul Ebbinghaus am Freitag. Die Händler hatten zu Wochenbeginn über ein derartiges Szenario zur Rettung des Autobauers diskutiert, um notfalls ein Aus von Opel zu verhindern. Sie hätten ihre Aussage jedoch ohne Kenntnis der engen Verflechtungen zwischen Opel und GM gemacht, erklärte Ebbinghaus. Ein Engagement würde letztlich nicht nur die Übernahme der deutschen Adam Opel GmbH, sondern die aller europäischen Schwestergesellschaften einschließlich Fabriken und Entwicklungszentren zur Folge haben.

Die Opel-Mutter GM hatte jüngst gewarnt, dem Konzern drohe in ersten Halbjahr 2009 das Geld auszugehen, wenn er keine staatlichen Hilfen erhalte. Das geplante 25 Mrd. Dollar schwere Hilfspaket für die angeschlagene amerikanische Autobranche fand am Donnerstag jedoch zunächst nicht die nötige Zustimmung im US-Kongress. Nun sollen die Konzerne bis zum 2. Dezember darlegen, wie sie die Staatshilfen verwenden wollen. GM allein hat einen Überbrückungskredit zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar erbeten. Der Konzern hatte vor katastrophalen Folgen gewarnt, falls der Staat nicht helfe.

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