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Opel-Händler lehnen Kooperation mit Fiat ab

Deutschlands Opel-Händler stehen einer möglichen Übernahme des Rüsselsheimer Autobauers durch Fiat mit viel Misstrauen gegenüber.

“Wir fragen uns, was Fiat zu dem Einstieg bewegen könnte. Die Modellpaletten decken sich stark. Wir sehen derzeit nichts, was in die richtige Richtung zeigt”, sagte der Sprecher des Verbands Deutscher Opel-Händler (VDOH), Thomas Bieling, am Freitag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt. Die Händler hofften auf einen Investor, der Opel langfristig zu einem wirtschaftlich stabilen Unternehmen mache. Diese Absicht sei bei Fiat nicht erkennbar.

Außerdem sei Fiat weit von der guten Kommunikation mit den Händlern entfernt, die bei Opel üblich sei, sagte Bieling: “Dort ist die Klage das Mittel der Händler, zu ihrem Recht zu kommen.”

Die deutschen Opel-Händler hatten im März beschlossen, sich mit einem Millionenbeitrag an der Rettung des angeschlagenen Autobauers zu beteiligen. Sie sind bereit, in den kommenden drei Jahren 150 Euro pro verkauften Neuwagen in einen Rettungsfonds einzuzahlen. Inzwischen haben laut Bieling zwölf weitere der insgesamt 25 nationalen Verbände in Europa dem Vorhaben zugestimmt, die übrigen Entscheidungen stehen noch aus. Mit dem Geld von bis zu 500 Mio. Euro wollen sich die Vertriebspartner mit bis zu 20 Prozent an einer neuen europäischen Opel AG beteiligen.

Bei einem Engagement des Turiner Autoherstellers würden die Händler ihre Pläne vermutlich begraben. “Ich kann mir im Augenblick keine Kooperation mit Fiat vorstellen”, sagte Bieling. Zunächst müsse Fiat die Händler überzeugen, tatsächlich “Gutes im Schilde” zu führen. Er vermute, dass es Fiat auf die Technologien und Produktionsmöglichkeiten von Opel abgesehen habe. Auch die staatliche Unterstützung, die einem Opel-Investor winkt, könne für die finanzschwachen Italiener interessant sein.

“Wir stellen uns für Opel einen starken Partner vor. Fiat ist das nicht”, betonte Bieling. Der Autokonzern hat 14,2 Mrd. Euro Schulden. Allerdings ist fraglich, ob Fiat die Händler im Falle eines Einstiegs überhaupt an Bord haben wollte. Nach Angaben des VDOH sind allein bei den 2000 Betrieben in Deutschland rund 35.000 Arbeitsplätze bedroht, sollte Opel nicht überleben. In ganz Europa beschäftigen die Opel-Händler 120.000 Menschen.

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