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One wird um 1,4 Mrd. Euro verkauft

Wien - Sieben Jahre lang wurde verhandelt, jetzt ist es fix: Der drittgrößte österreichische Mobilfunkbetreiber One erhält einen neuen Eigentümer.

Die France Telekom-Mobilfunktochter Orange und der ungarische Finanzinvestor Mid Europa Partners haben sich am Mittwoch in einem Versteigerungsverfahren gegen die niederländische KPN durchgesetzt. Die deutsche E.ON, die norwegische Telenor und die dänische Tele Danmark steigen aus.

Der Kaufpreis für das Gesamtunternehmen liegt bei 1,4 Mrd. Euro – 200 Euro über dem, was die Käufer ursprünglich zahlen wollten. Bei One dürften nicht zuletzt deshalb nun weitere Einsparungen ins Haus stehen.

Wie One am Mittwochabend mitteilte, wird Mid Europa Partners zunächst 65 Prozent an One halten. Der Anteil von Orange, die zuletzt bereits 17,45 Prozent an One besaß und deshalb auch ein Vorkaufrecht hatte, wird vorerst auf 35 Prozent steigen. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass France Telecom in den nächsten Jahren das Unternehmen vom Finanzpartner komplett übernehmen könnte, ist zu hören. Die Franzosen würden ihre Engagement in Österreich jedenfalls als langfristig betrachten.

One-Chef Jorgen Bang-Jensen beteuerte am Mittwoch in einer Pressemitteilung, sein Unternehmen habe eine „schlanke, effiziente Organisationsstruktur“, und verwies darauf, dass One „für Ende Juni 2007 das beste Halbjahresergebnis seit Bestehen“ erwarte. Aus dem Umfeld des neuen Eigentümers hieß es jedoch zur APA, die Profitabilität bei One sei zuletzt dramatisch zurückgegangen. „Wenn die Angebote die entsprechenden Margen nicht hergeben, muss man die Kostenstruktur anpassen“, so der Tenor. Einkaufssynergien mit der neuen Mutter Orange würden hier alleine nicht ausreichen. 2004 hatte das Unternehmen rund ein Fünftel seiner Belegschaft abgebaut. Zur Zeit hält One bei etwa 900 Mitarbeitern.

Für die One-Kunden soll sich bis auf weiteres nichts ändern. Die Marken One und Yesss! sollen zumindest mittelfristig nicht angetastet werden. Auch die bestehenden Verträge bleiben aufrecht. Die Preise noch weiter senken werden die neuen Eigentümer aber auch kaum. Positiv auswirken könnte sich das verstärkte Engagement der Franzosen bei One dafür auf die Qualität. Der neue langfristige One-Eigentümer werde wohl zumindest wieder mehr investieren, heißt es in der Branche. Unter E.ON hatte sich das Unternehmen nach Ansicht seines Branchenumfelds mit Investitionen eher zurückhalten müssen, zumal der deutschen Energiekonzern schon seit Jahren am Ausstieg arbeitete.

E.ON, die mit 50,1 Prozent Mehrheitsaktionär von One war, wird eigenen Angaben zufolge „inklusive der zur Verfügung gestellten Gesellschafterfinanzierung, aus dem Verkauf einen Mittelzufluss von rund 550 Mio. Euro erzielen“. Daraus ergibt sich für die Deutschen ein „Buchgewinn in der Größenordnung von rund 330 Mio. Euro“. Mit der Transaktion habe der Konzern die letzte Beteiligung außerhalb des Kerngeschäfts abgegeben und den Umbau „zu einem lupenreinen Energieunternehmen erfolgreich abgeschlossen“, so der Konzern am Mittwoch.

Erstmals hatte E.ON bereits im Jahr 2000 versucht, aus One auszusteigen. Immer wieder sind die Verkaufsbemühung jedoch an den Preisvorstellungen oder am Widerstand der Miteigentümer gescheitert.

Die Perspektiven am österreichischen Mobilfunkmarkt haben sich in dieser Zeit alles andere als verbessert. In kaum einem anderen Land ist der Wettbewerb so intensiv wie in Österreich. Auch das Wachstumspotenzial ist beschränkt: Statistisch gesehen haben bereits 113 Prozent aller Österreicher ein Handy, d.h. viele besitzen bereits zwei SIM-Karten. Dazu kommt, dass T-Mobile erst im Vorjahr den Konkurrenten tele.ring gekauft hat und damit knapp an den Marktführer A1 (Mobilkom Austria) herangekommen ist. T-Mobile und A1 teilen sich seither drei Viertel des österreichischen Marktes. One kommt nur auf knapp 2 Millionen Kunden und hat damit etwa 1,5 Millionen Kunden weniger als die Marktführer.

In der Branche rechnet man deshalb damit, dass One nun in den nächsten drei Jahren auch den Konkurrenten “3“ übernehmen könnte, sollte der Eigentümer aus Hongkong, der Mischkonzern Hutchison Whampoa, den Rückzug aus dem europäischen Mobilfunk antreten. Bisher hat Hutchison das aber dementiert.

Eine herbe Niederlage ist der Zuschlag an die Franzosen für KPN. Die Niederländer hatten sich bereits für tele.ring interessiert, waren dort aber gegen die Deutsche Telekom-Tochter T-Mobile abgeblitzt. Zwei weitere Bieter für One, die ägyptische Orascom und die russische Alpha Group, waren bereits vor der Auktion am Mittwoch ausgeschieden.

Die Unterzeichnung des Kaufvertrages wird für spätestens kommende Woche erwartet. Die Zustimmung der zuständigen Behörden ist noch ausständig.

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