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Ölpreis auf neues Rekord-Hoch geklettert

Knappe US-Heizölvorräte haben am Freitag die Furcht vor Versorgungsengpässen im beginnenden Winterhalbjahr wieder aufleben lassen und den US-Ölpreis auf ein neues Rekord-Hoch getrieben.

Leichtes US-Rohöl zur Lieferung im Dezember verteuerte sich auf 55,39 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) und übertraf damit den bisherigen Rekordpreis von 55,33 Dollar vom Wochenanfang. Die marktführende Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete gegen Abend in London 51,40 Dollar und blieb damit knapp unter ihrem vorige Woche erreichten Rekordstand von 51,50 Dollar.

Händler machten für die Furcht vor Versorgungsengpässen den Ausfall eines Teils der Förderung im Golf von Mexico verantwortlich. Dort hat der Hurrikan „Ivan“ schwere Schäden an US-Ölplattformen und Pipelines angerichtet, so dass die volle Produktion dort voraussichtlich erst Anfang des nächsten Jahres wieder ereicht wird. Dadurch könne die Ölindustrie die Vorräte derzeit nicht, wie sonst zu dieser Jahreszeit, aufstocken.

Nach Zahlen des US-Energieministeriums sind die Vorärte der USA an Mitteldestillaten – Heizöl, Diesel und Kerosin – in der vergangenen Woche erneut um 1,9 Mio. auf 119 Mio. Barrel zurückgegangen. Das war bereits der fünfte Rückgang in Folge. Die US-Heizölvorräte alleine schrumpften dabei um 500.000 auf 49,5 Mio. Barrel. Zudem sind Händlern zufolge auch in anderen Ländern mit hohem Energiebedarf, wie in Deutschland und Japan die Heizölvorräte geringer als im Vorjahr.

„Es ist die gleiche Geschichte: Alle haben Angst vor dem Winter“, sagte Analyst Frederic Lasserre von Societe Generale. Sein Kollege Daniel Hynes von der ANZ Bank sagte: „Wir sind an einem Punkt, an dem am Markt nach jedem noch so kleinen Grund gesucht wird, um die Preise nach oben zu treiben.“

Der Preis für Rohöl aus der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) erreichte erneut einen Höchststand. Nach Angaben des OPEC-Sekretariats in Wien lag der Durchschnittspreis für die sieben wichtigsten Rohölsorten am Donnerstag bei 46,61 US-Dollar pro Barrel. Das waren 74 Cent mehr als am Tag davor. Am 12. Oktober hatte OPEC- Rohöl mit 46,49 Dollar den bis dahin höchsten Preis erreicht.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt sich inzwischen. Ein anhaltend hoher Rohölpreis könne negative Auswirkungen auf die Inflation und das Wirtschaftswachstum in der Eurozone haben, sagte EZB-Ratsmitglied Vitor Constancio. Die Auswirkungen dürften jedoch weniger stark ausfallen als noch in der Vergangenheit. Bisher habe der Rohölpreis nur einen marginalen Effekt auf die Inflation in der Eurozone gehabt. Auch habe die EZB ihre Wachstumsprognosen für das Jahr 2005 noch nicht korrigiert, sagte Constancio. Bislang geht die EZB von 1,8 bis 2,8 Prozent Wachstum aus.

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