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Ohne Technik kein "Hobbit": Spezialeffekte-Chef sucht Realität

Joe Letteri: "Wir wollten diesmal nicht, dass sie wie Schauspieler aussehen, die ein Kostüm tragen."
Joe Letteri: "Wir wollten diesmal nicht, dass sie wie Schauspieler aussehen, die ein Kostüm tragen." ©AP
Der ganz normale Zuschauer merkt es gar nicht unbedingt - aber der neue "Hobbit"-Film ist so voller modernster Technik, dass er ohne sie in dieser Form völlig unmöglich wäre.
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Hinter der Bearbeitung und virtuellen Produktion steht Spezialeffekte-Chef Joe Letteri, der auch schon bei den “Herr der Ringe”-Folgen vor rund zehn Jahren dabei war. Für zwei der “Ringe”-Filme hat er einen Oscar bekommen, außerdem für “Avatar” und “King Kong”. Der “Hobbit” (ab Freitag im Kino) bot aber auch für ihn völlig neue Möglichkeiten, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Was hat sich in den zehn Jahren seit “Herr der Ringe” technisch verändert?

Letteri: Alles hat sich verändert. Vor allem, weil wir in 3D und 48 Bildern pro Sekunde filmen. Es gab nur noch in einigen Szenen wirkliche Szenebilder, das meiste haben wir hineingesetzt. Beim “Herrn der Ringe” gab es außerdem noch mehr Schauspieler in den großen Szenen, die Masken und Anzüge anhatten. Das haben wir immer noch so gemacht, aber sie waren fast mehr wie Platzhalter. Wir haben sie nachher verändert. Wir wollten diesmal nicht, dass sie wie Schauspieler aussehen, die ein Kostüm tragen. Die Zuschauer sehen so etwas.

Heißt das, dass man irgendwann gar keine Schauspieler mehr braucht?

Letteri: Nein, auf keinen Fall – es ist genau andersherum. Es ist für uns ganz toll, mit Schauspielern zusammenarbeiten zu können. So bekommt man Energie und Spontaneität in die Szene, die Möglichkeit, verschiedene Dinge und Ideen auszuprobieren. So entsteht eine wirkliche emotionale Verbindung. Für uns ist es das beste, mit Schauspielern zusammenzuarbeiten, und dann einen digitalen Charakter rund um deren Spiel zu schaffen.

Der “Hobbit” sieht durch die neue 48-Bilder-Technik teilweise wie ein TV-Film oder Computerspiel aus. Wird sich diese Technik durchsetzen?

Letteri: Sie hat Vor- und Nachteile. Der Nachteil ist, dass es anders ist als das, was wir gewohnt sind zu sehen. Wir sind alle daran gewöhnt, die Dinge mit einer Art Schleier zu sehen. Für die Zuschauer heißt das, sie müssen sich an diese Neuheit anpassen. Aber ich glaube, wenn man sich technische Entwicklungen der Vergangenheit anschaut, war es immer ähnlich, zum Beispiel der Wechsel von Schallplatten zur CD, oder von Schwarz-Weiß zu Farbe. Die Frage ist: Wie lange ist man bereit, an etwas Altem festzuhalten, statt es gegen etwas auszutauschen, dass realistischer ist? Wir versuchen immer, einen besseren Eindruck von Realität herzustellen, etwas, das sehr viel näher an dem ist, was die Augen tatsächlich sehen.

(Das Gespräch führte Britta Gürke, dpa)

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