Österreichs Frauen verlieren gegen Favorit Frankreich

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Die österreichische Frauenfußball Nationalmannschaft musste beim Weltranglisten-Dritten eine 0:3-Niederlage in Kauf nehmen

Das war der Liveticker vom Spiel Frauen EM Quali Frankreich vs Österreich

Das Frauen-Nationalteam bezieht in Frankreich die erste Niederlage der laufenden EM-Qualifikation. Die Auswahl von ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann unterliegt 'Les Bleus' in Guingamp mit 0:3 (0:2). Die Gastgeberinnen sichern sich damit den Gruppensieg und einen Startplatz bei der UEFA Women's EURO 2022.

Im Duell der beiden im bisherigen Quali-Verlauf ohne Gegentor gebliebenen Teams haben die Französinnen von Anfang an mehr Ballbesitz und geben durch Majri und Karchaoui schon in den ersten 60 Sekunden zwei Warnschüsse ab.

Vor allem in der Anfangsphase kommen die Gastgeberinnen immer wieder zu Eckbällen. Einer davon bricht nach elf Minuten die Torsperre der Österreicherinnen. Majri findet mit ihrer Hereingabe die baumlange Wendie Renard, die höher als ihre Gegenspielerinnen springt und auf 1:0 stellt.

Nur sieben Minuten später verhindert Manuela Zinsberger mit einer Fußabwehr gegen Geyoro einen weiteren Gegentreffer. (18.) In Minute 27 ist aber auch die ÖFB-Torfrau machtlos. Nach einer Flanke von Cascarino schraubt sich Marie-Antoinette Katoto in die Luft und köpft unhaltbar zum 2:0 ein.

Die einzige gefährliche ÖFB-Chance vor dem Seitenwechsel vergibt Nicole Billa. Der scharfe und platzierte Schuss der Stürmerin nach einer kurz abgespielten Ecke wird aber von den Französinnen geblockt. (32.)

Comeback und Debüt auf ÖFB-Seite

In der zweiten Halbzeit bleibt Frankreich das spielbestimmende Team, und lässt zunächst durch einen Stangenschuss von Katoto aufhorchen. (50.) Auch Cascarino klopft später noch ans Lattenkreuz an. (69.)

Nach rund einer Stunde gibt Laura Feiersinger nach mehr als einem Jahr ihr Comeback im ÖFB-Teamtrikot. Die lange am Fuß verletzte Salzburgerin war davor letztmals am 12. November 2019, beim 9:0-Sieg über Kasachstan zum Einsatz.

In der Schlussphase wirkt auch Neulengbachs Lisa Kolb mit. Die 19-Jährige kommt ab der 75. Minute zu ihrem Länderspieldebüt.

Beim 3:0 der Französinnen – wieder nach einer Standardsituation – steht sie jedoch noch nicht auf dem Feld. Ein schlecht geschossener Eckball rutscht an die zweite Stange durch, wo Katoto nur noch zum Endstand einschiebt. (73.)

Österreich hat trotz der Niederlage bei Gruppensieger Frankreich noch alle Chancen, das direkte EM-Ticket zu lösen. Dazu braucht es aber in jedem Fall einen Heimsieg gegen Serbien am Dienstag (18:30 Uhr, live in ORF Sport+).

Die Stimmen zum Spiel:

Teamchefin Irene Fuhrmann: "Es war das erwartet schwer Spiel gegen den Favoriten Frankreich. Trotz der Niederlage haben wir uns in meinen Augen ganz ordentlich verkauft. Wir haben nie die Ordnung verloren und bis zum Ende gekämpft. Grundsätzlich haben wir es im tiefen Block ganz gut gemacht, aber die Französinnen sind bei Standardsituationen einfach eine Macht. Mir hat es aber imponiert, wie wir auch nach dem 0:2 Moral bewiesen haben, aber heute war der Klassenunterschied schon zu sehen. Jetzt gilt es das Spiel zu analysieren und den Blick nach vorne zu richten. Am Dienstag haben wir mit Serbien bereits die nächste Aufgabe vor der Brust und da wollen wir die drei Punkte holen."

ÖFB-Torfrau Manuela Zinsberger: "Wir müssen uns heute eingestehen, dass Frankreich eine Top-Performance abgeliefert hat. Da können wir nur zu dieser Leistung gratulieren. Es waren zwei hohe Bälle, da sind die Französinnen einfach unglaublich stark, weil sie große Spielerinnen haben. Der dritte Gegentreffer muss in meinen Augen nicht passieren, das war unnötig. Aber wir haben immerhin gegen die Nummer drei der Welt gespielt und uns achtbar geschlagen."

Für das Frauen-Nationalteam kommt es am Freitag im Rahmen der UEFA Women's EURO Qualifiers zum zweiten Aufeinandertreffen mit Gruppenfavorit und Tabellenführer Frankreich. Die Auswahl von ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann gastiert im Stade de Roudourou in Guingamp. Der Anpfiff erfolgt um 21:00 Uhr.

Am Donnerstag ist der ÖFB-Tross vom Teamcamp in Bregenz via Friedrichshafen und Rennes in die Bretagne übersiedelt. Nach dem 0:0 von Wiener Neustadt vor exakt einem Monat hoffen die Österreicherinnen, die Weltranglisten-Dritten auch auswärts fordern zu können.

Den Gewinnerinnen der Begegnung ist der Gruppensieg und damit ein Fixplatz bei der UEFA Women's EURO 2022 nicht mehr zu nehmen - doch die Rollenverteilung ist klar.

"Der Druck liegt wie schon im Hinspiel ganz klar bei den Französinnen. Sie haben als Weltranglisten-Dritte den Anspruch, dieses Spiel gewinnen zu müssen", so Fuhrmann. Dem ÖFB-Team (FIFA-22.) stehen einmal mehr intensive 90 Minuten bevor. "Es wird für uns noch schwieriger, weil die Französinnen wissen, wie wir agieren und sich auch besser darauf einstellen werden", sagt die Teamchefin.

Mit Selbstverstrauen und Feiersinger – aber ohne Schnaderbeck und Schiechtl

Nach dem Remis im Hinspiel geht das Frauen-Nationalteam mit viel Selbstvertrauen ins Duell der (neben Deutschland) einzigen noch Gegentor-losen Teams der EM-Qualifikations-Kampagne. "Es wird wieder viel von unserer defensiven Geschlossenheit abhängen. Da haben wir im Hinspiel sehr vieles sehr gut gemacht, sonst hätten wir die Null nicht halten können. Nichtsdestotrotz gibt es einige Optimierungsmöglichkeiten - vor allem, was unser Offensivspiel betrifft", hofft Fuhrmann wieder auf einige Nadelstiche im Angriff.

Mit Viktoria Schnaderbeck und Katharina Schiechtl fehlen zwei Spielerinnen, die in Wiener Neustadt auf dem Feld standen. Die ÖFB-Teamkapitänin kann verletzungsbedingt in den abschließenden Gruppenspielen nicht mitwirken, während Schiechtl nach einem positiven Covid-Fall in den Reihen ihres Klubs Werder Bremen vorerst nicht zum Lehrgang anreisen konnte.

Dafür könnte Laura Feiersinger nach überstandener Fußverletzung nach über einem Jahr ihr Team-Comeback geben. Die 77-fache ÖFB-Internationale stand am 12. November 2019, beim 9:0-Heimsieg über Kasachstan, letztmals für das Frauen-Nationalteam auf dem Feld.

Die Österreicherinnen sind vor Teil eins des EM-Quali-Finish jedenfalls durchwegs positiv gestimmt. "Wir haben uns eine hervorragende Ausgangsposition erspielt und wissen, dass wir wieder etwas schaffen können, aber wir werden auch wieder das nötige Glück brauchen", so Fuhrmann.

Gute Ausgangsposition für zweite EM-Teilnahme in Folge

Die ÖFB-Elf hat im Hinblick auf die direkte Qualifikation für die EM-Endrunde 2022 in England, die den Gruppensiegerinnen und den drei besten Zweitplatzierten vorbehalten ist, noch alle Chancen.

Bei einem Sieg ist die Fuhrmann-Elf fix Gruppensieger. Mit jedem Remis ab 1:1 würden die Österreicherinnen zumindest das direkte Duell mit 'Les Bleus' für sich entscheiden. In diesem Falle – wie auch bei einem 0:0 oder einer Niederlage in Guingamp – fällt die Entscheidung über das direkte EM-Ticket im letzten Gruppenspiel am Dienstag (18:30 Uhr, live in ORF Sport+) in Altach gegen Serbien.

Nach sechs Spielen führt Frankreich (16 Punkte, +29) die Gruppe G vor Österreich (16; +21) an. Die Französinnen treffen im letzten Gruppenspiel – ebenfalls am Dienstag – auf Kasachstan.


UEFA Women's EURO Qualifiers, Gruppe G

Frankreich - Österreich 3:0 (2:0) - Torfolge: 11. 1:0 Wendie Renard, 28. 2:0 Marie Antoinette Katoto, 72. 3:0 Marie Antoinette Katoto

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