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Österreich profitiert am stärksten vom Euro

Alte österreischische Schilling-Scheine sowie Euro Banknoten.
Alte österreischische Schilling-Scheine sowie Euro Banknoten. ©APA
Österreich ist Hauptprofiteur der Eurozone gemessen an der Wirtschaftsleistung. Wirtschaftliche Effekte, die dem Euro zugerechnet werden, erhöhten die heimische Wirtschaftsleistung allein im Jahr 2010 um 22 Mrd. Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey, berichtet die deutsche Tageszeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe).

Das zusätzliche Wachstum wird mit intensiverem Handel, niedrigeren Zinskosten und dem Wegfall von weiteren Kosten, unter anderem für die Absicherung von Währungsrisiken, begründet.

Die gemeinsame Währung hat im Jahr 2010 laut McKinsey den Wohlstand der 17 Euroländer um insgesamt 332 Mrd. Euro vermehrt. Allein 165 Mrd. Euro entfallen auf Deutschland, das sind 6,4 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Verhältnis zur eigenen Wirtschaftsleistung haben Österreich (7,8 Prozent) und Finnland (6,7 Prozent) aber noch stärker vom Euro profitiert. Auch für Krisenländer wie Portugal oder Griechenland wäre die Wirtschaftsleistung 2010 ohne Mitgliedschaft in der Eurozone geringer ausgefallen, so die Studienautoren.

“Es gibt kein Euro-Land, das nicht von der Gemeinschaftswährung profitiert hätte”, sagte Eckart Windhagen, Leiter der Bankenberatung von McKinsey und ein Autor der Studie gegenüber der “Welt”. “Eine Währungsunion ist kein Nullsummenspiel, in der einer verlieren muss, damit der andere gewinnt.” Die Euro-Staaten würden wirtschaftlich nicht nur im Wettbewerb miteinander stehen, sondern vor allem in Konkurrenz zum Rest der Welt.

“Insgesamt verteilt sich der Nutzen des Euro aber sehr unterschiedlich auf die einzelnen Länder”, betonte Windhagen. Der Wohlstandsgewinn etwa für Italien habe 2010 nur 2,8 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen, für Griechenland sei 2010 sogar nur ein minimales BIP-Plus von 172 Mio. Euro entstanden. Die Einführung einer gemeinsamen Währung habe den Druck auf die schwächeren Länder erhöht, wettbewerbsfähiger zu werden.

Das Kernproblem der Währungsunion bestehe darin, dass sich die Verhältnisse der einzelnen Volkswirtschaften in den vergangenen Jahren zu wenig angeglichen hätten, erklärte Windhagen. In den Euro-Krisenstaaten seien etwa die Lohnkosten lange Zeit überproportional gestiegen. Außerdem gebe es im Euroraum im Gegensatz zum Dollar-Währungsraum keine ausgeprägte Mobilität der Arbeitskräfte, um wirtschaftliche Ungleichheiten auszugleichen. Nur 0,18 Prozent der EU-Bürger seien im Jahr 2008 in ein anderes EU-Land ausgewandert, im Vergleich zu 2,8 Prozent Binnenwanderung in den USA.

“Ein Zusammenbruch oder eine hektische Teilung der Währungsunion in Nord und Süd wäre eine ökonomische Katastrophe”, sage Frank Mattern, Deutschland-Chef von McKinsey gegenüber dem Blatt. In fünf Jahren würde die Wirtschaft bei einem Euro-Crash in Kerneuropa um rund fünf Prozent schrumpfen, in der Peripherie um mehr als zehn Prozent. “Dieses Szenario kann keiner wollen, es würde in vielen Ländern Wohlstand vernichten und zu gewaltigen sozialen Spannungen führen”, so Mattern.

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