ÖGK zieht Bilanz - 66 Mio. Euro offene Beträge

Dr. Jürgen Kessler und LR Martina Rüscher.
Dr. Jürgen Kessler und LR Martina Rüscher. ©ÖGK
Covid-19 prägte das erste Halbjahr der Österreichischen Gesundheitskasse in Vorarlberg. Der Vorsitzende des Landesstellenausschusses Vorarlberg Jürgen Kessler zieht am Ende seiner ersten Funktionsperiode Resümee.

"Die ÖGK hat ihre erste Bewährungsprobe bestanden", bilanziert ÖGKLandesstellenausschuss-Vorsitzender Jürgen Kessler seine mit 30. Juni endende erste Funktionsperiode. "Corona hat uns vor neue Herausforderungen gestellt, die wir gemeinsam mit den Systempartnern im Land gut bewältigt haben." Mit zahlreichen Maßnahmen sei es gelungen, die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten. Der mit 16.03.2020 begrenzte Kundenservice der ÖGK ist inzwischen wieder ohne Einschränkungen verfügbar (mit Ausnahme der Gesundheitszentren, in den nach wie vor das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben ist).

Interview mit LR Rüscher

Ein wesentlicher Faktor für die Versorgung der Versicherten der ÖGK ist die Ausgabestelle für Heilbehelfe und Hilfsmittel. Im März und April 2020 war die Nachfrage im Vergleichszeitraum um 30 Prozent höher. Die Ausgabestelle versorgt jährlich mehr als 15.000 Versicherte mit Heilbehelfen und Hilfsmitteln. Einerseits durch Selbstabholung, andererseits durch Zustellung bzw. Versand. Insgesamt werden pro Jahr 50.000 Pakete versandt.

Standorte für Primärversorgungszentren festgelegt

Neben dem alles bestimmenden Corona-Thema gab es Weiterentwicklungen in einigen Bereichen. Zum einen wurden beim Thema Primärversorgungseinheiten (PVE) Fortschritte gemacht, zum anderen soll mit dem Projekt Vorsorgekoloskopie 2.0 die in Vorarlberg sehr gut angenommene und entwickelte Darmkrebsvorsorge über den Innovationsfonds verbessert und erweitert werden.

Laut regionalem Strukturplan Gesundheit müssen bis Jahresende 2021 in Vorarlberg drei PVE entstehen. Ärztekammer und ÖGK haben die drei Standorte mit Bludenz, dem Kleinwalsertal und einem Netzwerk im Bregenzerwald festgelegt. In den nächsten Monaten sollen offene Detailfragen hinsichtlich Ausgestaltung und Finanzierung etc. geklärt werden.

Modellregion für Pilotprojekte

Vorarlberg hat sich bereits in der Vergangenheit als Modellregion für Pilotprojekte der Sozialversicherung bewährt. Mit der Vorsorgekoloskopie 2.0 soll mit Hilfe der daraus zu gewinnenden wissenschaftlichen Daten die Basis für eine österreichweite Ausrollung geschaffen werden. Die angestrebten Änderungen gehen konform mit dem Ziel der ÖGK, den Kundennutzen zu erhöhen und die Kundenzufriedenheit sicherzustellen.

Der Landesstellenausschuss hat zudem vier Ärzteverträge bewilligt. Es handelt sich dabei um einen Gynäkologen und einen Neurologen im Bezirk Bludenz sowie um einen Allgemeinmediziner im Bezirk Feldkirch und einen Vertrag für einen Facharzt für Psychiatrie in Bregenz.

66 Mio. Euro an offenen Beträgen

Finanzielle Erleichterung erhofft sich der Vorarlberger ÖGK-Chef auch was die Finanzierung der Geundheitskasse an sich betrifft. "Wir haben mit Stichtag Ende Mai ungefähr 66 Millionen offene Beiträge und hoffen, dass sich die Unternehmen im Verlauf der nächsten Wochen und Monate deutlich erholen und die ursprünglich gestundeten Beiträge doch Zeit verzögert bezahlt werden", so Kessler. Besonders aus den Bereichen Tourismus und Gastronomie kämen dazu bereits positive Signale.

(Red.)

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