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Öffiticket

Begünstigung auch für Selbstständige

Um Anreize für den Klimaschutz und den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu setzten, wurde mit 1. Juli 2021 die Steuerbefreiung für vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Wochen-, Monats- oder Jahreskarten eingeführt. Diese Anreize werden nun vom Gesetzgeber auch für Selbstständige geschaffen. So ist es ab der Veranlagung 2022 möglich, die Ausgaben für Wochen-, Monats- oder Jahreskarten als Betriebsausgaben anzusetzen, wenn diese Karte für betriebliche Zwecke genutzt wird.

Bisher mussten Selbstständige bei Netzkarten für öffentliche Verkehrsmittel, die sowohl privat als auch betrieblich genutzt werden, eine Aufzeichnung über den Anlass der jeweiligen Fahrt erstellen und die Kosten entsprechend der Nutzung aufteilen. Durch die Novelle kommt es zu einer erheblichen Verwaltungsvereinfachung, da die Ausgaben ohne weiteren Nachweis zu 50% der betrieblichen Sphäre zugerechnet werden können. Die einzige Voraussetzung ist, dass glaubhaft gemacht wird, dass die Karte auch für den betrieblichen Zweck verwendet wird.

Ertragsteuerliche Pauschalierung

Die Basis für die pauschale Absetzbarkeit stellt die Kosten für ein nicht übertragbares Ticket für eine Einzelperson dar. Aufpreise für die Mitbenutzung durch andere Personen (z.B. Familienmitglieder) sowie die Aufpreise zur Mitnahme von Fahrrädern oder Hunden und Aufpreise für die Nutzung der 1. Klasse bei Einzelfahrten sind dabei nicht erfasst. Das dauerhafte Upgrade in die erste Klasse hingegen erhöht die Grundlage für die pauschale Berechnung. Für die Absetzung von Sitzplatzreservierungen muss weiterhin die betriebliche Veranlassung nachgewiesen werden. Neben der pauschalen Absetzbarkeit können weiterhin die tatsächlichen Kosten angesetzt werden. In diesem Fall muss wie schon bisher ein Fahrtenbuch geführt werden, um den betrieblichen Anteil in Bezug auf die Gesamtkosten zu ermitteln und glaubhaft zu machen.

Die Absetzung der pauschalen Betriebsausgaben ist für sämtliche Gewinnermittlungsformen anwendbar. Somit können Selbständige, welche ihren Gewinn durch eine Bilanz, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder eine der Pauschalierungsformen ermitteln, die Kosten für das Öffiticket als Betriebsausgabe absetzen.

Einfluss durch die Umsatzsteuer

Unternehmer, welche die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug erfüllen, können grundsätzlich den vollen Vorsteuerabzug geltend machen. Dafür müssen sie jedoch den tatsächlichen unternehmerisch genutzte Anteil nachweisen. Ist der tatsächliche privat genutzte Anteil höher als der unternehmerische ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Das wirkt sich dahingehend so weit aus, als dass die Bruttokosten für die Wochen-, Monats- oder Jahreskarte als Basis für die pauschalierte Betriebsausgabe herangezogen wird.

kurz informiert

Voraussetzungen:

  • Nutzung für betriebliche Zwecke
  • Wochen-, Monats- oder Jahreskarte für öffentliche Verkehrsmittel
  • 50% pauschale Betriebsausgabe oder nach tatsächlicher Nutzung
  • für sämtliche Gewinnermittlungsformen möglich
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