OECD: Bildung hat für Österreich wenig Priorität

Österreich wendet vergleichsweise wenig für den Bereich Bildung auf. Der Anteil der Bildungsausgaben an den gesamten öffentlichen Aufwendungen ist in Österreich kaum gestiegen.

Während der Anteil der Bildungsausgaben an den gesamten öffentlichen Aufwendungen in den meisten OECD-Ländern in den vergangenen Jahren gestiegen ist, sind in Österreich keine Zuwächse zu verzeichnen. Dies geht aus der neuen, am Dienstag veröffentlichten OECD-Studie Bildung auf einem Blick hervor. In Österreich ist demnach zwischen 1995 und 2004 der Anteil der Bildungsausgaben an den gesamten Staatsausgaben konstant bei rund 10,8 Prozent geblieben, während der OECD-Schnitt in diesem Zeitraum um 1,1 Prozentpunkte auf 13,4 Prozent gestiegen ist.

In absoluten Zahlen seien die österreichischen Bildungsausgaben in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, das gilt aber nicht relativ gesehen zur nationalen Wirtschaftskraft, konstatiert die OECD. So sank der Anteil der Bildungsaufwendungen gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 6,1 Prozent im Jahr 1995 auf 5,4 Prozent im Jahr 2004. Damit findet sich Österreich in Gesellschaft von rund einem Drittel der OECD-Länder, wo die Bildungsausgaben nicht mit dem Wirtschaftswachstum mithalten konnten.

Entgegen diesen Tendenzen liegen die Bildungsausgaben pro Schüler bzw. Student deutlich über dem OECD-Schnitt. Misst man von der Volksschule bis zur Universität, liegen die Ausgaben pro Kopf in Österreich bei 9.803 US-Dollar (kaufkraftbereinigt), im OECD-Schnitt sind es 7.061 US-Dollar.

Von den gesamten Bildungsausgaben wurden 2004 in Österreich 92,8 Prozent (1995: 93,4) von der öffentlichen Hand finanziert, was Österreich zu einem der OECD-Länder mit dem höchsten Anteil öffentlicher Finanzierung im Bildungsbereich macht. Allerdings macht die OECD auf mehrere Punkte aufmerksam: So wird der Kindergartenbesuch in Österreich nur zu rund 70 Prozent öffentlich finanziert, gegenüber 80 Prozent im OECD-Durchschnitt bzw. 100 Prozent etwa in Schweden. Im Primar- (Volksschule) und Sekundarbereich (Zehn- bis 18-Jährige) ist zwischen 1995 und 2004 der Anteil der privaten Bildungsfinanzierung von 3,8 auf 4,7 Prozent gestiegen – und damit schneller gewachsen als die öffentlichen Ausgaben. Im Tertiärbereich (Unis, Fachhochschulen) hat sich vor allem durch die Einführung der Studiengebühren der Anteil der privaten Finanzierung von 3,9 auf 6,3 Prozent deutlich erhöht.

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