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Oberes Belvedere öffnet am 1. Juli wieder: 4-Euro-Tagesticket

Am 1. Juli öffnet das Obere Belvedere in Wien wieder seine Tore.
Am 1. Juli öffnet das Obere Belvedere in Wien wieder seine Tore. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Am 1. Juli öffnet das Obere Belvedere seine Tore wieder für Besucher. Dabei lockt man mit einem 4-Euro-Online-Tagesticket, lockerer Hängung und neuen Bildern.

Nachdem die Rechenmodelle von einem 80-prozentigen Rückgang beim touristischen Publikum ausgehen, konzentriert man sich auf heimische Kunstinteressierte und verspricht für den kommenden Sommer "so viel Platz wie noch nie".

Belvedere will Wiener anlocken

"Wir hoffen, dass der Sommer für Wienerinnen und Wiener eine gute Gelegenheit bietet, ihr Schloss und ihr Museum neu zu entdecken", sagte die Generaldirektorin des Belvedere, Stella Rollig, am Montag bei einer Pressekonferenz. Man habe die dreieinhalbmonatige unfreiwillige Schließzeit aufgrund der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gut genützt und "eine gute Überarbeitung der Schausammlung vorgenommen". Diese habe etwa durch viele Leihgaben "ein wenig an Schlüssigkeit verloren". Auch habe man "luftiger gehängt", was für die Einhaltung der Abstandsregeln gut sei, Verbesserungen bei der technischen Infrastruktur wie bei der Klimatechnik vorgenommen und ein neues Atelier für die Kunstvermittlung fertiggestellt.

Neue Bilder zu bestaunen

Von der Klimt-Foundation hat man nach "Die Braut" zwei weitere Klimt-Gemälde als Leihgaben übernommen: "Freundinnen" (1907) und "Mädchen in Grün" (um 1898). Auch zwei Neuankäufe, die im vergangenen Jahr aus den Erlösen des Fundraising-Dinners finanziert wurden, sind ausgestellt: "Vogelflug" (1951/52) von Erika Giovanna Klien und "Die Friedensengel" (1944) von Greta Freist. Neu ist auch, dass zu 120 Werken zusätzliche Informationen über die kostenlose Handy-App Smartify angeboten werden. Im Juli kostet das Online-Ticket für das Obere Belvedere 4 statt regulär 16 Euro, Wer von 1. Juli bis 15. September mit einer BundesMuseenCard die acht Bundesmuseen je einmal besuchen möchte, zahlt 19 statt 59 Euro.

Starke Umsatzeinbußen im Oberen und Unteren Belvedere

Die Zahlen, die man im Belvedere für die mittelfristige Zukunft errechnet, sehen düster aus. Im Unteren Belvedere, wo man zuletzt als einziges Bundesmuseum geöffnet hatte und das stets deutlich weniger Touristen verzeichnet als im Oberen Belvedere, sei man seit der Wiedereröffnung rund 60 Prozent unter den Besucherprognosen gelegen. Beim Oberen Belvedere, das zu 90 Prozent von Touristen besucht wird, rechnet man mit stärkeren Einbußen. "Wir müssen uns auf sehr empfindliche Rückgänge einstellen", sagte der wirtschaftliche Geschäftsführer Wolfgang Bergmann.

In einer parlamentarischen Anfragebeantwortung wurde der bis Jahresende erwartete Einnahmenausfall im Belvedere mit 16,96 Mio. Euro angegeben. Dies berechne sich aus den diesjährigen Budgetzahlen, in denen mit 23 Mio. Euro Erlösen kalkuliert worden war, und den Rückgangs-Prognosen der Tourismus-Wirtschaft, erklärte Bergmann. Durch drastische Einsparungen bei den Ausgaben - laut Rollig werde aber kein Personal gekündigt, lediglich Abgänge und auslaufende Verträge nicht ersetzt - glaubt man, das Defizit auf 6,6 Mio. Euro drücken zu können. Die dafür notwendigen Liquiditätsspritzen vom Bund werde man aber auch noch länger brauchen. "Mit einer Rückkehr zur Normalität werden wir frühestens 2023 rechnen können", so Bergmann, der das Thema Basisabgeltung ganz unabhängig davon behandelt sehen möchte. Dort gehe es um die schon länger nicht mehr erfolgte Inflationsabgeltung, die künftig ebenfalls kommen müsse.

Die zwei Zukunftsprojekte des Belvedere werden dennoch weitergeführt. Bei der geplanten Salzburg-Dependance sieht die Generaldirektorin jedoch Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Zug, der sich wiederholt dazu bekannt habe. Beim unterirdischen Besucherzentrum des Oberen Belvedere sei man kurz vor der Ausschreibung des Architekturwettbewerbs gewesen, nach dessen Durchführung man in nähere Gespräche mit den Subventionsgeber eintreten möchte. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Denn, so Rollig: "Es gibt eine Zeit nach der Krise."

(APA/Red)

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