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Obama besucht Dresden und ehemaliges KZ Buchenwald

US-Präsident Barack Obama ist am Freitag in Dresden mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengekommen. Am Nachmittag wird der US-Präsident die Gedenkstätte des ehemaligen NS-KZs Buchenwald bei Weimar besichtigen.
Obama in Dresden

Zum Abschluss seines kurzen Deutschland-Besuchs will Obama noch einen Stopp beim US-Militärspital in Landstuhl (Rheinland-Pfalz) einlegen, bevor er am Abend nach Frankreich weiterreist.

Die beiden Politiker bekräftigten bei ihrem Treffen die Forderung nach einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten. Jetzt sei der Zeitpunkt, um zu einer solchen Lösung zu kommen, sagte Obama nach einem Treffen mit Merkel am Freitag in Dresden. “Der Gewalt muss abgeschworen werden”, sagte der US-Präsident. Beide Seiten – Palästinenser und Israelis – müssten sich bewegen. Vor großen Herausforderungen stehe man auch in Afghanistan und Pakistan.

“Ich gebe mich keinen Illusionen hin”, sagte Obama. Bis zu einem dauerhaften Frieden in Nahost sei es noch ein schwerer Weg, der viel harte Arbeit vor Ort erfordere. Die Entscheidung liege bei den betroffenen Parteien in Nahost. Die US-Regierung wolle dafür einen Rahmen und Unterstützung bieten. Deshalb habe er den Konflikt vom ersten Tag an zu einem zentralen Thema gemacht. In den ersten fünf Monaten seit seinem Amtsantritt sei bereits einiges geschehen, vor allem auch vertrauensbildende Maßnahmen, sagte Obama.

Merkel lobte die Rede des US-Präsidenten vom Vortag in Kairo, bei dem er der muslimischen Welt einen Neuanfang der Beziehungen zu den USA versprach. Es gehe jetzt darum, die Chancen für eine Lösung des Nahost-Konflikts zu nutzen. Auch viele arabische Länder in der Region hätten ein großes Interesse daran.

Auch die Notwendigkeit eines gemeinsamen Handelns zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise betont. “Diese Rezession kennt keine Grenzen”, betonte Obama am Freitag. Der amerikanische Präsident sagte auch, es seien Fortschritte erreicht worden. “Aber es gibt noch sehr viel Arbeit, die vor uns liegt”, unterstrich Obama. Es gehe darum, wieder zu einem Wirtschaftswachstum zu kommen.

Der US- Präsident kündigte an, dass er im Sommer bei einem Besuch in Russland über die Bemühungen zur Eingrenzung der Weiterverbreitung von Atomwaffen sprechen wolle. Er bekräftigte seine Bereitschaft zu einem ernsthaften Dialog mit dem Iran.

Im Anschluss an die Pressekonferenz besuchte Obama in Begleitung Merkels sowie des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz die in den vergangenen Jahren aus zahlreichen Spenden wiederaufgebaute Dresdner Frauenkirche, die während eines alliierten Luftangriffs in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs 1945 zerstört worden war. Obama würdigte das barocke evangelische Gotteshaus mit der berühmten steinernen Kuppel als “Symbol für Versöhnung”.

Am Nachmittag stattete Obama der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar (Thüringen) einen Besuch ab. Dort starben zwischen 1937 und 1945 rund 56.000 Menschen. Für den US-Präsidenten ist der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers auch eine Begegnung mit seiner Familiengeschichte. Der heute 84 Jahre alte Bruder seiner Großmutter gehörte im April 1945 zu den US-Soldaten, die einen Teil des NS-Terrorlagers in Thüringen befreiten, sagte Obama am Freitag in Dresden. Sein Großonkel Charles Payne, der in Chicago lebt, war als 19-Jähriger dabei, als US-Truppen das Außenlager des KZ Buchenwald in Ohrdruf im heutigen Bundesland Thüringen erreichten.

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