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NSU-Prozess: Mysteriöses Zeugensterben geht weiter

Der Prozess gegen Beate Zschäpe gestaltet sich schwer.
Der Prozess gegen Beate Zschäpe gestaltet sich schwer. ©dpa
Im NSU-Untersuchungsausschuss werden die Zeugen immer weniger. Der baden-württembergische Landtag hat es jetzt schon mit dem vierten Todesfall eines geladenen Zeugen zu tun.

Corinna B, eine frühere Rechtsextremistin und Freundin des mutmaßlichen NSU-Mitglieds Beate Zschäpe, die als Zeugin geladen werden sollte, ist Anfang Februar im Alter von 46 Jahren gestorben. Wie Ausschusschef Wolfgang Drexler (SPD) am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, bat das Gremium das Justizministerium um Auskunft über den Tod der Frau.

Nach bisherigen Informationen spreche aber nichts für einen unnatürlichen Tod, sagte Drexler. Weitere Ermittlungen konnten nicht vorgenommen werden, da die Leiche nur wenige Tage nach dem Tod eingeäschert wurde. “Leider war, wie wir später erfahren haben, wohl die Einäscherung bereits erfolgt, bevor wir uns erstmals an die Ministerien wenden konnten”, erklärt Drexler in einer Aussendung.

Mehrere unerwartete tote Zeugen

Der erste NSU-Ausschuss in der vergangenen Legislaturperiode war bereits mit mehreren überraschenden Todesfällen konfrontiert.

So starb Melissa M., eine Ex-Freundin des früheren Neonazis Florian H. nach offiziellen Angaben im April 2015 an eine Lungenembolie. Sie stürzte davor mit dem Motorrad, verletzte sich aber nur leicht.

Ihr 31 Jahre alter Freund Sascha W. tötete sich den Erkenntnissen zufolge im Jahr 2016 selbst.

Melissas Ex-Freund Florian H. hat sich im September 2013 in seinem Auto selbst angezündet. Er sollte an seinem Todestag bei der Polizei aussagen.

(dpa/red)

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