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NS-Säuberung in der Staatsoper: Ausstellung wieder in Wien

Entlassene Ballerinen, verfolgte Dirigenten, zwangspensionierte Tenöre: Das Ausmerzen jüdischer Mitarbeiter machte im Jahr 1938 auch vor der Staatsoper nicht Halt. In der Ausstellung "Opfer, Täter, Zuschauer" fand das dunkelste Kapitel in der Geschichte des Hauses erstmals Aufarbeitung.
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Seit  Freitag ist die französische Fassung der Schau im Institut Francais zu sehen. “Man feiert die schönen Stunden der Geschichte – aber es gibt auch eine Pflicht zum Gedenken”, so Staatsoperndirektor Dominique Meyer bei der Eröffnung.

Das Gedenken findet rund um die Ausstellung auch in einem umfangreichen Symposium statt. “Das oft zitierte ‘Nie wieder’ können wir nur verwirklichen, wenn wir uns sehr intensiv, auch und gerade wenn es schmerzt, mit dieser Zeit auseinandersetzen”, betonte Kulturministerin Claudia Schmied (S). “Kein Bereich der Gesellschaft” habe sich dem Nationalsozialismus verschlossen, “alle waren anfällig für die Doktrin”. Gegen eine Wiederholung der Geschichte solle eine “Kultur der eigenen Begründbarkeit” und das Betonen der “eigenen Identität statt der Identifikation mit dem anderen” schützen.  

Staatsoper: Ausstellung war erstmals 2008 zu sehen

70 Jahre hatte es gedauert, bis die Staatsoper ihre kaum betretenen Archive im siebenten Stock durchforstete – auf Initiative des heute ebenfalls anwesenden damaligen Direktors Ioan Holender. 2008 war die Ausstellung dann im Mahler-Saal zu sehen. Dominique Meyer, aktueller Staatsoperndirektor, ließ die Schau ins Französische übersetzen und zeigte sie in seinem Pariser Theatre du Champs-Elysees.

Der Inhalt ist weitgehend derselbe wie 2008: Entlassungsbriefe, Listen, in denen jedes Orchestermitglied mit jüdischem, halbjüdischem oder “jüdisch versipptem” Hintergrund schon wenige Tage nach dem “Anschluss” penibel aufgeführt wird, beispielhafte Biografien von Sängern, Dirigenten, Ballettmeistern und Musikern. Auf die Entlassung oder Beurlaubung folgte nicht selten die Deportation. Andere konnten ihre Karrieren im Ausland fortführen.  

Wiener Philharmoniker: Wie sie die NS-Zeit erlebten

Darüber, wie die Wiener Philharmoniker mit einigen der überlebenden, aus dem Orchester verbannten Musiker später wieder in Kontakt traten, wird Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg Freitag Nachmittag sprechen. Auf Angriffe des Grünen Bildungssprechers Harald Walser, der kürzlich in der “Presse” die mangelnde historische Aufarbeitung der NS-Zeit im Orchester anprangerte, werde er kaum eingehen. “Das sind einfach Unwahrheiten, die aus Nichtwissen resultieren”, so Hellsberg gegenüber der APA. Das Philharmoniker-Archiv sei offen zugänglich, weitere historische Untersuchungen herzlich willkommen. “Es ist absolut legitim, sich dieses Kapitel immer wieder ansehen zu wollen”, so Hellsberg, der 1992 selbst ein Buch über die Geschichte der Philharmoniker verfasste.

“Damals habe ich in der Versammlung ganz klar gesagt: Ich schreibe über 150 Jahre Philharmoniker und nicht über 143 – und niemand hat versucht, mich irgendwie zu zensurieren.” In seinem heutigen Vortrag werde er auch vieles aus den Dokumenten vortragen – etwa aus Briefen zwischen dem Orchester und dem in der NS-Zeit ausgeschlossenen Cellisten Friedrich Buxbaum, mit dem es nach dem Krieg gemeinsame Konzerte gegeben hat.

(apa)

 

 

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