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NR-Wahl: Landeslisten fertig - Promizittern beginnt

Die Parteien haben ihre Landeslisten für die Nationalratswahl fixiert. Damit zeichnet sich schon jetzt ab, welchen prominenten Abgeordneten der Wiedereinzug ins Hohe Haus verwehrt bleiben könnte. Spitzenkandidaten

Höchst gefährdet sind unter anderen die früheren VP-Regierungsmitglieder Maria Rauch-Kallat und Franz Morak. Von der derzeitigen Regierung fehlen auf den Listen Sozialminister Erwin Buchinger, Staatssekretärin Christa Kranzl (beide S) und Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (V). Letzere beide wollen überhaupt aus der Politik ausscheiden.

Auch aus den Abgeordneten-Reihen verabschieden sich jede Menge bekannte Gesichter. Bei der SPÖ kommen etwa Bildungssprecher Erwin Niederwieser, der frühere Bundesgeschäftsführer Peter Marizzi, Verkehrssprecherin Anita Fleckl sowie Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni abhanden. Parnigoni ist einer jener drei Mandatare, die seit 1983 und damit am längsten ununterbrochen im Hohen Haus sitzen. Die anderen beiden, SPÖ-Klubchef Josef Cap und der VP-Abgeordnete Jakob Auer, haben wieder sichere Listenplätze gefunden.

Andere VP-Langzeit-Mandatare wird man künftig vergeblich im Parlament suchen. Abschied nimmt das Oberösterreicher-Trio Helmut Kukacka, Karl Freund und Walter Murauer, auch die Burgenländerin Edeltraud Lentsch wird im neuen Nationalrat nicht mehr dabei sein, ebenso der Kärntner Klaus Auer. Frauenchefin Rauch-Kallat ist auf der Wiener Liste praktisch chancenlos, muss also ebenso auf einen Platz auf der Bundesliste hoffen wie die Vorsitzende der Jungen ÖVP, Silvia Fuhrmann, die im Burgenland aussichtslos gereiht wurde. Mediensprecher Morak ist de facto draußen, und Gesundheitssprecher Erwin Rasinger ist davon abhängig, dass Altkanzler Wolfgang Schüssel über die Bundesliste ein Mandat erhält oder doch nach der Wahl aus dem Hohen Haus ausscheidet. Ebenfalls noch kein Fixleiberl hat Beamten- und ÖAAB-Chef Fritz Neugebauer.

Bei den Grünen hat die Suche nach frischen Gesichtern so manch bekanntes Gesicht lang werden lassen. Frauen- und Migrationssprecherin Brigid Weinzinger konnte sich in Niederösterreich für keinen wählbaren Listenplatz qualifizieren. Mangels Chancen das Handtuch geworfen hat Behindertensprecherin Theresia Haidlmayr. Ebenfalls durchgefallen ist Jugendsprecherin Barbara Zwerschitz. Überraschend Kultursprecher Wolfgang Zinggl unterlegen ist Sozialsprecher Karl Öllinger, der somit auf ein Wiener Mandat wird verzichten müssen und nur noch auf ein Bundesmandat hoffen kann. Dabei könnte ihm Sicherheitssprecher Peter Pilz in die Quere kommen, der auch noch um seinen Parlamentssessel laufen muss. Seniorensprecherin Sabine Mandak scheidet freiwillig aus dem Nationalrat aus.

Die FPÖ setzt im Wesentlichen auf vertrautes Personal. Statt des Kärntners Karlheinz Klement, den man aus der Partei geschmissen hat, dürfte der St. Veiter Bezirksobmann Harald Jannach zum Zug kommen, es sei denn, es würde doch der Wahlvorschlag Klements anerkannt. In Salzburg muss Robert Aspöck Rupert Doppler Platz machen. Nach Barbara Rosenkranz kommt diesmal aus Niederösterreich ein Walter Rosenkranz, der allerdings nicht aus der kinderreichen Familie seiner Vorgängerin stammt. Neues gibt es schließlich noch aus Tirol, Werner Königshofer heißt dort die Nummer 1 auf der Landesliste. Landeschef Gerald Hauser ist mittlerweile in den Landtag gewechselt.

Anders als bei den übrigen Parteien ist die Bedeutung der Landeslisten beim BZÖ vermutlich enden wollend, es sei denn, das Bündnis würde wesentlich stärker abschneiden als vor zwei Jahren. Denn damals kamen abgesehen von Kärnten nur Kandidaten von der Bundesliste in den Nationalrat. Am nähesten an einem Landesmandat war man in der Steiermark, wo bei einem gesteigerten Zuspruch für das Bündnis der abgelöste Generalsekretär Gerald Grosz auf ein Mandat spitzen könnte. Über die Kärntner Liste sollten in jedem Fall Josef Bucher und Sigisbert Dolinschek den Sprung ins Parlament schaffen.

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