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Notunterkünfte für Erdbebenopfer

In den von dem verheerenden Erdbeben betroffenen Regionen im Norden Pakistans werden zahlreiche Menschen bei Einbruch des Winters kein Dach über dem Kopf haben.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan drängt die Zeit, Notunterkünfte für die Opfer zu organisieren. In einigen Teilen der Kaschmir-Region fiel am Freitag Schnee, zahllose Menschen verbrachten die sechste Nacht in Folge ohne ein Dach über dem Kopf. Der für den Hilfseinsatz zuständige Generalmajor Farooq Ahmad Khan sagte, Pakistan brauche zwei Millionen Decken und 100.000 große Zelte, um vor dem Wintereinbruch provisorische Unterkünfte einzurichten. 2,3 Millionen Menschen hätten durch das Beben ihre Wohnungen verloren. Zahlreiche Menschen im Katastrophengebiet könnten trotzdem bei Einbruch des Winters kein Dach über dem Kopf haben. „Wir können nicht allen Betroffenen vor Winterbeginn eine Unterkunft anbieten“, sagte der pakistanische Hilfskoordinator Farooq Javed.

In einem von den Vereinten Nationen für die Erdbebenopfer ins Leben gerufenen internationalen Hilfsfonds gingen bisher Gelder in Höhe von 165 Millionen Dollar (137 Millionen Euro) ein. Damit sollen in den kommenden sechs Monaten Hilfsmaßnahmen für die Opfer finanziert werden. „Wir tun alles, um die Hilfe so schnell wie möglich zu den Menschen zu bringen“, sagte eine UNO-Vertreterin.

Nahe der Hauptstadt Islamabad landeten in der Nacht erneut Flugzeuge mit Hilfsgütern. Darunter war auch eine Maschine der NATO, die acht Tonnen Zelte, Decken und Schlafsäcke aus Slowenien an Bord hatte. In Japan brachen 100 Soldaten mit zwei Frachtmaschinen der Streitkräfte in das Katastrophengebiet auf, wie Behörden mitteilten. Auch ein 60-köpfiges Team des österreichischen Bundesheers ist eingetroffen.

Die pakistanischen Behörden haben die Suche nach Verschütteten aufgegeben. Die volle Aufmerksamkeit der Rettungskräfte müsse nun den Überlebenden gelten, betonte Armeesprecher Farooq Nasir am Freitag. Die Chance, unter den Trümmern noch Überlebende zu finden, betrage nach Angaben der Rettungsteams weniger als zwei Prozent. „Niemand gibt auf“, sagte zuvor Rob Holden vom Hilfsteam der Vereinten Nationen. Aber jeder wisse, dass „die Chance, jemanden lebendig zu finden, fast Null ist“.

Bei dem Beben der Stärke 7,6 kamen am Samstag bisherigen Schätzungen zufolge in Pakistan 25.000 Menschen ums Leben, mehr als 63.000 wurden verletzt. In Indien starben mindestens 1.300 Menschen. Rund 2,5 Millionen Menschen sind durch das Beben obdachlos geworden.

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