Norwegische Diplomatin verglich Israels Gaza-Politik mit Holocaust

Eine Diplomatin der norwegischen Botschaft in Saudiarabien hat Israels Vorgehen im palästinensischen Gaza mit dem Holocaust verglichen. Wie der Rundfunksender NRK am Mittwoch in Oslo berichtete, versandte die namentlich nicht genannte Frau ein E-Mail mit einer Fotomontage.

Darauf sind israelische Soldaten und Kinder aus Palästina in einem berühmt gewordenen Bild mit einem deutschen Soldaten im Warschauer Ghetto zu sehen, der sein Gewehr auf ein jüdisches Kind richtet. Das E-Mail enthielt zahlreiche ähnliche Bilder und Bildmontagen mit der Aufforderung an Bekannte und Freunde, sie weiterzuverbreiten. Israelische Zeitungen hatten den Inhalt veröffentlicht.

Aus dem Außenministerium in Oslo verlautete, die damit zum Ausdruck gebrachte Haltung sei “sehr weit von Norwegens offizieller Position entfernt”. Über mögliche Konsequenzen für die Diplomatin werde man sich öffentlich nicht äußern. In Dänemark hatte ein Karikaturist das Foto mit den verfolgten jüdischen Kindern im Warschauer Ghetto für die liberale Zeitung “Politiken” so nachgezeichnet, dass aus dem Deutschen ein israelischer Soldat und aus den bedrohten Juden Palästinenser wurden. Die Veröffentlichung führte zu massiven Protesten in anderen Medien.

Der Exil-Chef der palästinensischen Hamas, Khaled Mashaal, hatte Israels Militäroffensive im Gazastreifen in einer von mehreren arabischen Fernsehsendern übertragenen Rede als “Holocaust” bezeichnet. Im Februar vorigen Jahres hatte Israels stellvertretender Verteidigungsminister Matan Vilnai den Palästinensern mit einer “Shoah” gedroht. “Wenn sie noch mehr Raketen abschießen, bringen sie sich in die Gefahr einer größeren Shoah, weil wir alles in unserer Macht Stehende tun, um uns zu verteidigen”, hatte Vilnai im israelischen Militärrundfunk gewarnt.

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