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Nordkorea will Verhandlungen mit USA

"Die Atomfrage ist ein Thema zweier Seiten, das friedlich nur durch Verhandlungen zwischen den Hauptbeteiligten gelöst werden kann".

Die USA versuchten hingegen, den Atomstreit zu internationalisieren, um nicht ihre Verantwortung zu übernehmen. Die USA sind nach den Worten des amerikanischen Gesandten James Kelly möglicherweise zu Sicherheitsgarantien für Nordkorea bereit. „Doch haben die USA bisher noch keine spezifischen Maßnahmen getroffen, wie die Sicherheit Nordkoreas zugesichert werden kann“, wurde Kelly am Dienstag in Seoul nach Gesprächen mit südkoreanischen Parlamentsabgeordneten zitiert. Kelly wiederholte damit Äußerungen, die in ähnlicher Weise von der US-Regierung bereits zuvor gemacht waren.

Nordkorea verfüge angesichts seiner Technologie und Materialien bereits über Kapazitäten zur Herstellung nuklearer Waffen, zitierte der Abgeordnete Lee Chang Bok von der regierenden Demokratischen Millenniumspartei den US-Gesandten. Mit der ungelösten Nuklearfrage auf der koreanischen Halbinsel werde sich möglicherweise auch der Weltsicherheitsrat in New York beschäftigen, habe Kelly erklärt. Doch würden die USA die Angelegenheit nicht allein dem UNO-Sicherheitsrat überlassen. Kelly war seit Sonntag in Seoul, um mit der südkoreanischen Regierung den Konflikt mit Nordkorea zu erörtern. Am Dienstag reiste er nach Peking weiter.

Nordkorea trat in der vergangenen Woche aus dem Atomwaffensperrvertrag aus und erklärte, es erwäge eine Wiederaufnahme seiner Raketentests. Im Oktober hatte Nordkorea nach US-Angaben eingeräumt, entgegen einem Abkommen von 1994 sein Atomprogramm weiter betrieben zu haben. Die USA stellten ihre in dem Abkommen festgelegten Heizöllieferungen ein, woraufhin Nordkorea die Wiederinbetriebnahme eines stillgelegten Atomreaktors ankündigte. Die USA haben Nordkorea inzwischen wieder Hilfe bei der Energieversorgung angeboten, wenn das Land im Gegenzug auf sein Atomprogramm verzichtet.

Eine Lösung für die Nordkorea-Krise ist nach Ansicht der russischen Regierung „ausschließlich auf dem politischen Weg“ möglich. Verteidigungsminister Sergej Iwanow kündigte am Dienstag an, dass bereits in den nächsten Tagen Vize-Außenminister Alexander Losjukow Gespräche in Peking, Washington und Pjöngjang führen werde, um die Lage auszuloten. „In der letzten Zeit gab es einige ermutigende Erklärungen zur Wiederherstellung des Status quo vor dem Ausstieg Nordkoreas aus dem Atomwaffensperrvertrag“, zitierte ihn die Moskauer Nachrichtenagentur Interfax.

Eine australische Vermittlungsdelegation ist am Dienstag von Peking nach Nordkorea aufgebrochen, um Wege zu einer diplomatischen Lösung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm zu erkunden. Ein australischer Diplomat berichtete, die drei hohen Beamten wollten bis Samstag in Pjöngjang Gespräche unter anderem auf Vizeministerebene führen. Die Gespräche erfolgen in Abstimmung mit den USA, Japan und Südkorea. Nach dem Willen von Australiens Außenminister Alexander Downer soll die Delegation die Sorgen der internationalen Gemeinschaft über den Ausstieg Nordkoreas aus dem Atomwaffensperrvertrag und die Wiederaufnahme seines Nuklearprogramms übermitteln, aber auch die nordkoreanische Sichtweise erkunden. Auch wollen sie helfen, dass Nordkorea begreife, dass die USA es nicht direkt bedrohten.

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