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Nordkorea trifft letzte Vorbereitungen für Raketenstart

©AP
Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben letzte Vorbereitungen für seinen umstrittenen Raketenstart getroffen. Die Betankung des Flugkörpers scheine fast abgeschlossen. US-Marine verlegt Kriegsschiffe in Gewässer vor Japan

So zitierte die Zeitung “The Korea Times” am Freitag einen Regierungsbeamten in Seoul: “Die für außenpolitische Angelegenheiten und Sicherheit zuständigen Ministerien sind in Alarmbereitschaft.”

 

Wann genau die Rakete abgefeuert werden soll, war zunächst unklar. Doch stellten sich die südkoreanischen Behörden darauf ein, dass der Start schon an diesem Samstag erfolgen könnte.

Sollte das Wetter mitspielen, werde die Regierung in Pjöngjang die Rakete ins All schießen, sagte der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak am Freitag vor Journalisten in London. Zugleich bekräftigte Lee das Angebot seines Landes, einen Sondergesandten in den Norden zu schicken. Seoul werde weiter versuchen, das kommunistisch regierte Land “mit Ausdauer und Geduld” zum Wandel zu bewegen.

Nordkorea hatte angekündigt, zwischen Samstag und kommendem Mittwoch einen Fernmeldesatelliten ins Weltall zu schicken. Aus Sicht der USA sowie Südkoreas und Japans will das kommunistische Land jedoch unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts die Technologie für eine militärische Langstreckenrakete erproben, die später mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnte. Eine solche Rakete könnte die USA bei der Küste von Alaska erreichen. Die drei Länder hatten gewarnt, den Raketenstart vor den UNO-Sicherheitsrat zu bringen.

Der japanische Verteidigungsminister Yasukazu Hamada sagte, sein Land habe die Vorbereitungen für einen möglichen Abschuss der Rakete abgeschlossen. Unter anderem seien Luftabwehr-Einheiten in Stellung gebracht worden. Die Regierung in Tokio hatte gedroht, das Geschoß bei einer Gefahr für die japanische Bevölkerung vom Himmel zu holen.

US-Präsident Barack Obama hat den G-20-Gipfel in London am gestrigen Donnerstag dazu genutzt, die internationale Haltung zu dem geplanten Raketentest von Nordkorea abzustimmen. Nach einer Unterredung mit seinem Amtskollegen Lee kündigte er “feste und gemeinsame Antwort der internationalen Gemeinschaft” an, sollte “Nordkorea eine Langstreckenrakete starten”. Russland schien sich der Position der USA, Südkoreas und Japans anzunähern. Hingegen plädierte China für Zurückhaltung, um eine Eskalation zu vermeiden.

Für das verarmte aber hochgerüstete Nordkorea ist der Test ein großes Risiko. Beim bisher einzigen bekannten Startversuch einer Taepodong-2 explodierte die Rakete im Flug. Der Weltsicherheitsrat verabschiedete in der Folge eine Resolution, die das stalinistisch geführte Nordkorea nun verletzten würde. Bei einem erneuten Versagen könnte der Verkauf von Raketen leiden, einer der wenigen erfolgreichen Exporte Nordkoreas. Zudem wäre es eine Demütigung für Staatschef Kim Jong-il. Der 67-jährige Diktator soll im Vorjahr einen Schlaganfall erlitten haben, was zur Frage geführt hat, wie weit er noch die Kontrolle hat. Ein erfolgreicher Test würde seine Position stärken. Lee zeigte sich in London überzeugt, dass Kim derzeit wieder die Macht innehabe.

 

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