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Nordkorea ruft USA zu Nichtangriffspakt auf

Nordkorea hat am Mittwoch seine Forderung nach einem Nichtangriffspakt mit den USA bekräftigt, um den Konflikt um sein Atomprogramm zu lösen.

Zuvor hatten sich die USA zu Gesprächen mit Pjöngjang bereit erklärt. In einem in Seoul abgehörten Bericht der zentralen nordkoreanischen Rundfunkstation wurde den USA zugleich erneut vorgeworfen, die „Nuklearfrage“ durch eine feindliche Politik gegenüber Pjöngjang heraufbeschworen zu haben. Die USA hatten sich zum Abschluss eines Koordinierungstreffens mit Vertretern Südkoreas und Japans in Washington am Dienstag gesprächsbereit gezeigt. Sie machten aber deutlich, dass sie nicht gewillt seien, Nordkorea für die Erfüllung seiner internationalen Verpflichtungen zu belohnen. Bisher hatten die USA als Vorbedingung für Gespräche stets verlangt, dass Nordkorea sein Atomwaffenproramm einstellt.

Der Kommentar aus Pjöngjang war die erste Reaktion auf das Angebot der USA, die im Dezember abgebrochenen Gespräche wieder aufzunehmen. US-Regierungsvertreter hatten dies bei einem Treffen mit Vertretern Japans und Südkoreas angekündigt. In der von den drei Staaten unterzeichneten Erklärung hieß es gleichzeitig, die Vereinigten Staaten seien nicht willens, Nordkorea für einen Verzicht auf Atomwaffen irgendwelche Gegenleistungen anzubieten.

Die US-Delegation sei bereit, mit Nordkorea darüber zu sprechen, wie das Land „seine Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft erfüllen kann“, wurde in der Erklärung betont. Die USA hätten nicht die Absicht, Nordkorea anzugreifen. Es gebe für Pjöngjang keinen Grund, über Atomwaffen zu verfügen. Aus dem US-Außenministerium hieß es, Washingtons Position sei ein „Schritt nach vorn“, nun müsse Nordkoreas Antwort abgewartet werden. Das Gesprächsangebot sei dem nordkoreanischen UN-Botschafter übermittelt worden.

Der südkoreanische Delegationsleiter Lee Tae Shik sagte in Washington, die Strategie der USA stehe der südkoreanischen Linie sehr nahe. Es sei an Nordkorea, den ersten Schritt zur Verständigung zu tun, da das Land die derzeitige Krise ausgelöst habe. Zuvor hatte Südkorea die USA für ihre Strategie der Isolation kritisiert. Im Rahmen seiner diplomatischen Anstrengungen zur Beilegung der Krise hatte Seoul neben Japan und den USA auch die Regierungen Chinas und Russlands konsultiert. Beide Staaten hatten sich bereit erklärt, ihre engen Beziehungen zu Pjöngjang zu nutzen, um mäßigend auf die Regierung einzuwirken.

In Südkorea demonstrierten am Mittwoch rund tausend Befürworter der US-Truppenpräsenz in ihrem Land. Vor einer US-Militärbasis verbrannten sie ein Bild des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il und nordkoreanische Fahnen. Die Demonstration wurde von Veteranen des Korea-Kriegs (1950-53) organisiert. Rund 37.000 US-Soldaten sind in Südkorea stationiert. Die Demonstration folgte auf eine Reihe von antiamerikanischen Großkundgebungen, bei denen Zehntausende Südkoreaner den Abzug der US-Soldaten gefordert hatten. Der neu gewählte Staatspräsident Roh Moo Hyun setzt sich für eine Neubewertung der Beziehungen zu den USA ein und forderte Washington auf, keine einseitigen Schritte im Konflikt mit Nordkorea zu setzen.

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