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"Noch nicht das Optimum"

Schwarzach - In Sachen Pay-TV-Vertrag will sich Bundesliga-Vorstand Georg Pangl nicht unter Druck setzen. Im "VN"-Interview nimmt er Stellung zu GAK-Causa und neuen Lizenzierungsvorschriften.  

VN: Die Lustenauer Klubs wehren sich gegen eine Erste Liga als Auffangbecken für insolvente Klubs. Was können Sie ihnen sagen?

Georg Pangl: Es gibt nicht eine Lizenz für die Bundesliga und eine für die RedZac-Liga. Das gilt auch für den GAK. Einen Deal, wie schon zu lesen war, wird es sicherlich nicht geben. Das Lizenzierungsverfahren ist für alle Klubs gleich.

VN: Und wie könnte das Szenario für den GAK ausschauen?

Pangl: Der Klub müsste drei Hürden nehmen. Den Zwangsausgleich am 19. April, die Ausfinanzierung der Saison sichern und schließlich alle Lizenzierungsvorschriften erfüllen. Das gilt auch für die RedZac-Liga. Ist etwa das Stadion Liebenau zu teuer, müsste ein Stadion gefunden werden, das die Ligakriterien erfüllt. Eines kann der GAK aber sicher nicht: Sich eine Liga aussuchen, wo er spielen möchte.

VN: Was fordert die Bundesliga vom GAK?

Pangl: Der Masseverwalter hat es selbst in der Hand, die meisten Forderungen gegenstandslos zu machen, indem er die Klage und die Einstweilige Verfügung unter Anspruchsverzicht zurückzieht und so die Basis für den möglichen Zwangsausgleich schafft.

VN: Hat es Sie überrascht, dass der Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung abgelehnt wurde?

Pangl: Persönlich hat mich das überrascht. Doch seitens der Liga wurde gleichzeitig mit der Einbringung des Widerspruchs auch Rekurs eingelegt. Dieser wird nun vom Oberlandesgericht in Graz behandelt.

VN: Die Causa GAK hat immer wieder das Lizenzierungsverfahren ins Gespräch gebracht. Jetzt sollen neue Vorschriften kommen?

Pangl: Unabhängig vom GAK arbeiten wir schon seit Oktober daran, die Vorschriften zu straffen und für mehr Transparenz zu sorgen.

VN: Bis wann sollen die neuen Vorschriften vorliegen?

Pangl: Ich denke, dass wir in wenigen Wochen soweit sein werden.

VN: Und wie werden diese aussehen?

Pangl: Eine Insolvenz ist zukünftig quasi mit dem Abstieg verbunden. Ein weiterer Teil wird sein, dass ein Spieler mit seiner Unterschrift garantiert, nur einen Vertrag zu haben.

VN: Können Sie dann auch ausschließen, dass sich ein Klub die Lizenz mit gefälschten Unterlagen erschleicht, so wie es beim GAK der Fall gewesen sein soll?

Pangl: Ausschließen lässt sich das nicht, denn ich kann jedes System umgehen, wenn ich es darauf anlege. Und damit meine ich nicht nur das Lizenzierungsverfahren.

VN: Ihre Meinung zum „Flirt“ zwischen Pasching und Kärnten?

Pangl: Ich sehe darin eine Chance für ein Bundesland ohne Klub und mit einem wunderschönen Stadion. Klar ist: Es kann keine Weitergabe und einen Verkauf der Lizenz geben, sondern müsste ein Standort – verbunden mit einem Namenswechsel von Pasching sein.

VN: Macht Ihnen der noch nicht unterschriebene Vertrag mit einem Pay-TVSender Sorgen?

Pangl: Nein, es geht für uns nur darum, das Optimum herauszuholen. Und das ist im Moment nicht gegeben.

VN: Die Klubs fürchten weniger Einnahmen?

Pangl: Wir werden uns nicht unter Wert verkaufen.

VN: Was ist das Problem?

Pangl: Das Paket von Premiere beinhaltet auch Internet-TV. Und das kann bald große Bedeutung haben. Hier wollen wir nicht unter Wert verkaufen.

VN: Der ORF verzichtet auf Fußball am Samstag. Ärgert Sie das?

Pangl: Der ORF hätte ein solches Paket haben können, hat aber darauf verzichtet.

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