Nigeria steht trotz Niederlage im Achtelfinale

Musa traf doppelt
Musa traf doppelt ©AP
Argentinien besiegt Nigeria mit 3:2, die Afrikaner steigen nach der gleichzeitigen 1:3-Niederlage des Iran gegen Bosnien-Herzegowina aber dennoch wie die Südamerikaner in die Runde der letzten 16 auf.
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Superstar Lionel Messi hat für Argentinien fast im Alleingang den Gruppe-F-Sieg bei der Fußball-WM in Brasilien geholt. Im abschließenden Gruppenspiel in Porto Alegre setzte sich die “Albiceleste” am Mittwoch vor allem dank zweier Treffer des Barca-Stürmers (3., 45.+1/Freistoß) gegen Nigeria 3:2 (2:1) durch. Messi hat damit vier der bisherigen sechs Turniertreffer der Argentinier erzielt.Porto Alegre. Für das dritte argentinische Tor sorgte Außenverteidiger Marcos Rojo (50.). Die zuvor ohne Gegentreffer gebliebenen Afrikaner durften aber auch jubeln, schafften sie doch als Zweiter und damit als erstes Afrika-Team ebenfalls den Aufstieg, da der Iran, der einen Sieg samt Nigeria-Niederlage gebraucht hätte, im Parallelspiel Bosnien-Herzegowina unterlag. Für die Nigerianer hielt Ahmed Musa das Spiel mit einem Doppelpack (4., 47.) bis am Schluss offen.

Die Argentinier konnten auch in ihrer dritten Partie nicht wirklich überzeugen, schafften aber trotzdem nach dem 2:1 gegen Bosnien-Herzegowina sowie dem 1:0 gegen den Iran den dritten Sieg. Wieder machte der ehemalige Weltfußballer Messi, nur einen Tag nach seinem 27. Geburtstag, den Unterschied aus. Nigeria-Goalie Vincent Enyeama war beim Stangenschuss von Angel di Maria zwar noch leicht dran, gegen den wuchtigen Volley-Nachschuss von Messi aus zehn Metern aber machtlos (3.).

Quasi im Gegenzug offenbarten die Argentinier allerdings auch ihre Defensivschwächen. Der Favorit hatte noch gar nicht richtig ausgefeiert, da passte nach einem Ballverlust in der Mitte und Gegenstoß der Afrikaner ein Schuss aus seitlicher Position von Musa genau ins lange Eck (4.). Die beiden Teams sorgten damit für ein seltenes Kunststück. Zwei Tore in den ersten vier Minuten bei einem WM-Spiel fielen bisher nur in den Begegnungen Österreich gegen Tschechoslowakei (1954, 3. und 4. Minute) und Sowjetunion gegen Ungarn (1986, 2. und 4. Minute).

Nach tollem Beginn blieb die Partie aber vor der Pause vieles schuldig. Nach Messi-Zuspiel ließ Gonzalo Higuain die Chance auf das 2:1 aus (9.). Und so war es wieder Messi, der die Sache richten musste. Enyeama konnte einen Messi-Freistoß zwar noch parieren (44.), war gegen einen weiteren Versuch des 27-Jährigen über die Mauer aus ähnlicher Distanz aber machtlos (45.+1).

Die zweite Hälfte begann wie die erste mit zwei Treffern, diesmal waren allerdings die Nigerianer zuerst an der Reihe. Wieder war es Musa, der im Strafraum vollendete (47.). Die Antwort des Favoriten ließ aber nur drei Minuten auf sich warten. Einen Lavezzi-Corner beförderte Rojo aus kurzer Distanz etwas glücklich mit dem Knie über die Linie.

Die Truppe von Coach Alejandro Sabella war in der Folge dem 4:2 näher, Higuain (55.), Messi (59.), Lavezzi (78.) und Ezequiel Garay (80.) fehlte im Abschluss aber die nötige Effizienz. Die Argentinier gewannen damit auch die vierte WM-Partie gegen Nigeria nach jenen 1994 (2:1), 2002 (1:0) und 2010 (1:0). Die Nigerianer feierten trotzdem den größten Erfolg seit 1998.

Bosnien-Herzegowina mit Premierensieg

Bosnien-Herzegowina hat sich am Mittwoch mit dem ersten WM-Sieg der Geschichte von der Endrunde in Brasilien verabschiedet. Mit dem verdienten 3:1 (1:0) zum Abschluss der Gruppe F gegen den Iran beendeten die Bosnier in Salvador auch die Achtelfinal-Träume der Asiaten. Die Treffer erzielten Edin Dzeko (23.), Miralem Pjanic (59.), Avdija Vrsajevic (83.) bzw. Reza Ghoochannejhad (82.).

Da Argentinien Nigeria 3:2 besiegte, wären die Iraner mit einem Sieg in die K.o.-Phase aufgestiegen. Davon war man aber weit entfernt, immerhin erzielte man aber im Finish als letztes der 32 Teams ein Tor.

Der Iran stand unter Siegzwang. Das Spiel machten aber die Bosnier, bei denen Sturm-Graz-Legionär Anel Hadzic auf der rechten Mittelfeldseite zu seinem WM-Debüt kam. Die Iraner, deren Trainer Carlos Queiroz vor Anpfiff von einem “WM-Finale” gesprochen hatte, verlegten sich hingegen aufs Verteidigen und Kontern.

Die Strafe dafür folgte rasch, Dzeko setzte einen Flachschuss aus 19 Metern via rechter Innenstange zum 1:0 ins Tor (23.). Im direkten Gegenzug feuerten die Iraner ihren ersten Torschuss der Partie ab, Masoud Shojaei traf die Latte (24.). Ansonsten konnte der Iran vor der Pause keine Offensivakzente mehr setzen.

Nach dem Seitenwechsel machten die Iraner leise Andeutungen, das Defensivkonzept ad acta zu legen. Die Versuche fielen jedoch deutlich zu harmlos aus. Die Bosnier nützten die etwas größer werdenden Freiräume und erhöhten auf 2:0 (59.). Nach Vorlage von Dzeko und Tino Sven Susic vollendete Pjanic flach ins lange Eck.

Wenig später war der solide WM-Auftritt von Hadzic zu Ende, Teamchef Safet Susic wechselte den Österreich-Legionär aus (61.). In der Endphase brachte der Anschlusstreffer durch Ghoochannejhad (82.) nach Querpass von Javad Nekounam noch etwas Spannung in die Partie, nur eine Minute später machte aber Vrsajevic im Konter mit dem 3:1 endgültig alles klar (83.). Das vierte Vorrunden-Out der Iraner bei der vierten WM-Teilnahme war endgültig besiegelt.

(APA)

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