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Niedriger Leitzins: US-Notenbank in Bewertung der Weltwirtschaft tief gespalten

Fed-Chefin Janet Yellen hielt Zinsen niedrig
Fed-Chefin Janet Yellen hielt Zinsen niedrig
Die US-Notenbank Fed ist offenbar tief gespalten in der Frage, wie stark sich die Probleme der Weltwirtschaft auf die USA auswirken. Trotz des nahezu einstimmigen Beschlusses, mit einer Zinserhöhung noch zu warten, sei die Entscheidung eine "enge Sache" gewesen, sagte Notenbanker John Williams am Wochenende.

Der Präsident der Fed von San Francisco gilt als Vertrauter von Fed-Chefin Janet Yellen. Sein Kollege aus St. Louis, James Bullard, bezeichnete die Stimmung in der Fed-Sitzung am Donnerstag als “spannungsgeladen”. Bullard, der dieses Jahr im Fed-Zinsgremium nicht stimmberechtigt ist, sagte, er hätte sich seinem Kollegen Jeffrey Lacker angeschlossen, der als einziger gegen das Festhalten an der gegenwärtigen Geldpolitik gestimmt hatte.

Die Finanzmärkte bewegten sich auf und ab, manchmal auch abrupt, sagte Bullard vor Bankern in Illinois. “Die Geldpolitik muss stabiler sein.” Die Fed habe keine befriedigende Antwort gegeben, warum die Zinsen nahe Null bleiben sollten.

“Zinserhöhung wäre an der Zeit”

Aus Lackers Sicht wird der jetzige Zinssatz der US-Konjunktur nicht gerecht und ist auch nicht länger notwendig. Die US-Wirtschaft sei robust genug für eine Zinserhöhung, erklärte der Chef der Fed von Richmond am Samstag. Der private Verbrauch steige stetig, und der Arbeitsmarkt ziehe an. Die Zinsen sollten um 0,25 Prozentpunkte erhöht werden. Lacker gilt als Falke, also als Verfechter einer straffen geldpolitischen Linie.

Sein Kollege Williams, der im Zinsgremium der Fed, dem Offenmarktausschuss (FOMC), in diesem Jahr stimmberechtigt ist, sieht gute Chancen dafür, dass die Zinsen in diesem Jahr doch noch angehoben werden. Er ließ durchblicken, dass er sich den Schritt sogar schon im Oktober vorstellen könnte. Zwar sei im Anschluss an diesen Termin keine Pressekonferenz geplant. Das sei aber nicht problematisch, sagte er auf einer Konferenz in Armonk.

Arbeitsmarkt und die Inflationsrate entwickelten sich in die richtige Richtung. Daher wäre eine erste kleine Zinsanhebung der richtige Schritt. Letztlich werde dies aber davon abhängen, wie die Fed die Lage der Weltwirtschaft und deren Auswirkung auf die US-Konjunktur einschätze.

Bei der Sitzung am Donnerstag hatte er sich – wie neun seiner zehn Kollegen in dem Gremium auch – wegen der relativ schwachen Wirtschaftslage in China und damit verbundenen Turbulenzen an den Finanzmärkten dafür ausgesprochen, die Zinsen vorerst bei nahe Null zu lassen. (red/APA)

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