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Niedrige Wahlbeteiligung bei ÖH-Wahl: Junge politikverdrossen?

Niedrige Wahlbeteiligung gibt zu denken.
Niedrige Wahlbeteiligung gibt zu denken. ©APA
Bei der ÖH-Wahl ist die Beteiligung erneut gesunken, diesmal unter 26 Prozent. Hat das mit Politikverdrossenheit der Jungen zu tun?

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Mit Gratulationen für ihre jeweiligen studentischen Ableger, aber auch mit kritischen Tönen zur sehr niedrigen Wahlbeteiligung haben sich am Freitag Vertreter von Bundesparteien anlässlich der Wahl zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) zu Wort gemeldet. ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner sieht die ÖH-Fraktionen in der Pflicht, sich eindringlich mit der Beteiligung auseinanderzusetzen.

“Sehr bedauerlich”

Vorläufig liegt die Wahlbeteiligung bei dem am Donnerstagabend zu Ende gegangenen Urnengang bei lediglich 25,8 Prozent. Die niedrige Beteiligung könnte laut Mitterlehner an der inhaltlichen Ausrichtung der ÖH und des Wahlkampfes liegen. “Mit der Direkt- und Briefwahl ist der Wahlmodus zeitgemäß und der richtige Weg. Die Hochschülerschaft muss sich vielmehr überlegen, ob der geringe Mobilisierungsgrad nicht am bisherigen Fokus der ÖH liegt”, hieß es.

Auch die Wissenschaftssprecherin der SPÖ, Andrea Kuntzl, bezeichnete die geringe Beteiligung als “sehr bedauerlich und Handlungsauftrag für die gesamte ÖH”. Besonders an den erstmals an der ÖH-Wahl beteiligten Fachhochschulen und den zum ersten Mal seit 2003 wieder beteiligten Pädagogischen Hochschulen und Privatunis bräuchte es laut Kuntzl große Anstrengungen, um die Wahlbeteiligung zu steigern.

FPÖ mit scharfer Kritik

FPÖ-Wissenschaftssprecher Andreas Karlsböck übte scharfe Kritik an der ÖH. Er wertet die Wahlbeteiligung in einer Aussendung als Indiz dafür, dass “mehr als drei von vier Studierenden das Vertrauen in ihre Standesvertretung verloren haben”. Die extrem niedrigen Wählerzahlen an manchen Hochschulen hätten zu “teilweise absurden Ergebnissen” geführt. Die Wahlbeteiligung an der Donau-Universität Krems, dort gingen lediglich 0,54 Prozent der Berechtigten zur Wahl, habe “endgültig die Grenze zum Makabren überschritten”, so Karlsböck, der erneut die Abschaffung der ÖH-Zwangsmitgliedschaft forderte.

Uneingeschränkte Freude bei Grünen

Uneingeschränkte Freude herrschte bei den Grünen, die Beteiligung wurde von ihnen nicht thematisiert: “Ich freue mich sehr darüber, dass die GRAS wieder eine zentrale Rolle in der ÖH-Bundesvertretung spielen wird. Die Studierenden haben erneut bestätigt, dass sie eine linke ÖH-Exekutive wollen”, so Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer.

(APA)

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