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Niedrige Beteiligung in Frankreich

Bei der Parlamentswahl in Frankreich hat sich auch im entscheidenden zweiten Durchgang eine geringe Beteiligung abgezeichnet.

Nach Angaben des Pariser Innenministeriums gingen bis Sonntagmittag nur 20,3 Prozent der Stimmberechtigten zu den Urnen. Vor fünf Jahren hatte die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt 24,1 Prozent betragen, im ersten Wahlgang vor einer Woche lag sie bei nur 19,7 Prozent.

Präsident Jacques Chirac ging in Sarran in der Nähe seines Schlosses in Zentralfrankreich zur Wahl. Premierminister Jean-Pierre Raffarin zeigte sich zuversichtlich für einen Sieg der Chirac-Anhänger. Er bereite sich auf die Übernahme von „Verantwortung“ vor, sagte Raffarin bei der Stimmabgabe in Chasseneuil-du-Poitou. Der 53-jährige Liberale war im Mai von Chirac als Chef einer Übergangsregierung berufen worden.

Die Wahlbeteiligung beunruhige ihn mehr als das zu erwartende Ergebnis, sagte Raffarin. Ab Montag werde es darum gehen, „zu handeln und die Gewählten zu mobilisieren“. Die Wahlbeteiligung hatte am vergangenen Sonntag insgesamt nur 64,4 Prozent betragen – weniger als je zuvor seit der Ausrufung der Fünften Republik 1958.

Chiracs Union für die Präsidenten-Mehrheit (UMP) hatte sich in der ersten Runde auf Anhieb als stärkste politische Kraft durchgesetzt. Vor dem entscheidenden Urnengang untermauerten letzte Umfragen den klaren Vorsprung von Konservativen und Liberalen vor der Linken. Eine Prognose für die konservative Tageszeitung „Le Figaro“ ergab für die UMP eine absolute Mehrheit von 384 bis 414 der 577 Mandate.

Den in den vergangenen fünf Jahren zusammen mit Kommunisten, Grünen und Radikalen Linken regierenden Sozialisten des Ex-Premierministers Lionel Jospin wurden in der Prognose nur noch 115 bis 145 Mandate zugetraut.

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