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NHL startet in eine neue Ära

Nach 515 Tagen Pause durch den Lockout startet die National Hockey League (NHL) am Mittwoch mit den Österreichern Reinhard Divis und Thomas Vanek mit einem Mammutprogramm in eine neue Ära.

Mit einem neuen Rahmen-Kollektivvertrag und tief greifenden Regel-Änderungen will die Liga das angeschlagene Image durch den Lockout, dem die gesamte Saison 2004/05 zum Opfer gefallen war, aufpolieren und die Fans zurück gewinnen. Sportliche Prognosen sind vor dem Auftakt wegen der enorm veränderten Mannschaften schwierig. Reinhard Divis (St. Louis Blues) und Thomas Vanek (Buffalo Sabres) haben sich mit ihren Teams jedenfalls den Einzug ins Playoff zum Ziel gesetzt.

Die Einigung auf den neuen Rahmen-Kollektivvertrag (CBA – collective bargaining agreement) mit festgelegten Gehaltsgrenzen (Salary cap) für die Klubs zwischen 21,5 und 39 Millionen Dollar soll die NHL auf wirtschaftlich gesunde Beine stellen und für mehr Chancengleichheit sorgen. Mit einem Paket neuer Regeln sollen die Spiele schneller und attraktiver werden und damit die Fans wieder in die Halle gelockt werden. Denn die NHL hat einen Wertverfall zu verkraften, der vor allem im Bereich des Fernsehens spürbar ist.

Sportlich wurde die Liga gehörig durcheinander gewirbelt. Top-Spieler wie Mark Messier, Al MacInnis, Scott Stevens oder Ron Francis haben ihre Karrieren beendet. Per “Buyout” konnten Spieler von ihren Klubs aus ihren laufenden Verträgen ausbezahlt werden, auf dem Transfermarkt wurde gehandelt wie nie zuvor. Über 200 “Free Agents” waren auf dem Markt, durch die neuen Rahmenbedingungen konnten auch Klubs aktiv werden, die sich bisher keine teuren Profis leisten konnten. Stars wie Dominik Hasek (nun Ottawa Senators), Chris Pronger (Edmonton Oilers), Peter Forsberg (Philadelphia Flyers), Paul Kariya (Nashville Predators), Scott Niedermayer (Anaheim Mighty Ducks) oder Jeremy Roenick (Los Angeles Kings) wurden transferiert. Teilweise, damit ihre bisherigen Arbeitgeber die Gehalts-Obergrenzen nicht überschreiten.

Die Frage, wer die Tampa Bay Lightning als Champion ablöst, ist daher schwierig zu beantworten. Die Philadelphia Flyers haben mit der Verpflichtung von Forsberg und Derian Hatcher ihre Ambitionen angemeldet. Die in der Vorbereitung überzeugenden Ottawa Senators mit den Zugängen Hasek und Dany Heatley werden hoch eingeschätzt, auch den Calgary Flames werden Chancen eingeräumt, als erste kanadische Mannschaft seit 1993 (Montreal Canadiens) den Stanley Cup zu holen.

Die Klubs der Österreicher werden dagegen nicht hoch gehandelt. In einer Rangliste von “Sports Illustrated” werden die St. Louis Blues mit Torhüter Divis auf Platz 23 eingestuft, die Buffalo Sabres mit NHL-Debütant Vanek auf Rang 25. Als schwächste Mannschaft wird der bisherige Krösus eingeschätzt: Die New York Rangers, bei denen sich Verteidiger Thomas Pöck vorerst keinen Platz im Kader erkämpfen konnte, scheinen an 30. Stelle auf.

Die größte Vorfreude bereitet den Eishockey-Fans ein 18-Jähriger. Sidney Crosby, von den Pittsburgh Penguins im Draft als Nummer eins gezogen, wird schon als neuer Gretzky gehandelt. Das Debüt des Kanadiers, der für Rimouski Oceanic (OHL) in 62 Spielen 66 Tore und 102 Assists verbucht hat, ist das am meisten herbei gesehnte seit 1984, als Mario Lemieux ins Profigeschäft einstieg. Lemieux ist nun Besitzer der Penguins, setzt seine Karriere auch als Spieler fort und nimmt “Sid the Kid” , der bei ihm wohnt, unter seine Fittiche.

Links zum Thema:
NHL.com
St. Louis Blues
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