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Next Gen auf der Wii: The Conduit

Harter Himmelhund geht durch die Hölle: Mr. Ford in Action.
Harter Himmelhund geht durch die Hölle: Mr. Ford in Action. ©Waibel
Wii ist für Mädchen und kleine Kinder. So zumindest die süffisanten Kommentare der Nintendo-Hasser. Mit „The Conduit“ versucht zumindest Sega, mit einem handfesten Shooter mit diesem Vorurteil aufzuräumen.  

Wahre Shooterzocker fühlen sich nur mit der Maus in der Hand wohl, sagt man. Und wer sich schon einmal beispielsweise an das gute 360er-Pad gewöhnt hat, runzelt beim Gedanken an die Steuerung eines Egoshooters mit Wiimote und Nunchuk die Stirn. Wie soll das gehen?

Die Story von Conduit ist schnell erzählt. Böse Aliens wollen wieder einmal die gute alte Erde erobern – um das zu verhindern, bewaffnet sich der Held des Spiels mit Nunchuk und Wii – äh, will sagen mit einer Vielzahl von im Spiel auffindbaren Wummen, um die Schleimbolzen das Fürchten zu lehren. Mr. Ford ist normalerweise Agent der US-Regierung und im Auftrag des Präsidenten auf Terroristenjagd.

Damit gleich zur Steuerung: Wie bereits erwähnt, heißen die beiden Gegenstände, die zwischen den Aliens und ihren finsteren Plänen zur Eroberung von Mutter Erde stehen, Wiimote und Nunchuk. Die Steuerung des Alter Egos erfolgt mit dem Analogstick. Mittels  Wiimote und einem eingeblendeten Fadenkreuz visiert man die Bösewichter an, bewegt man die Zielhilfe an den Bildschirmrand, bewegt sich Mr. Ford in die entsprechende Richtung. Als Abzug und Nachladeknopf dient einer der Knöpfe an den zwei Controllern. Cool: Im Nahkampf haut man mit der Wiimote oder Nunchuk zu, Granatenwürfe werden mit einer ruckartigen Bewegung der Controller ausgeführt. Erstaunlich aber wahr: Die Umsetzung dieser Kommandos funktioniert erstaunlich präzise und intuitiv. 

Fürs virtuelle Überleben wichtig: Erledigte Gegner hinterlassen Medipacks für die angekratzte Gesundheit von Mr. Ford, – später im Spiel bekommt der Agent einen coolen High-Tech-Anzug verpasst, der ihn vor gröberem bewahrt. Als nützlichen Begleiter bekommt Ford zudem ein High-Tech Gadget namens ASA mit auf den Weg. Dessen Name ist Programm, heißt er doch übersetzt Allsehendes Auge. In der Nähe unsichtbarer Objekte fängt ASA an zu piepsen, dreht man sich in die Richtung, in der sich die Falle, getarnte Schlösser und Türen befinden, dient das Gadget als Ortungsgerät. Schlussendlich kann ASA auch noch dazu genutzt werden, um sich in Computersysteme zu hacken und die Daten auszulesen.

Im Kampfeinsatz geht’s zur Sache. In insgesamt neun Missionen stemmt sich Ford innerhalb von Gebäuden und engen Gassen gegen große Gegneransammlungen, bestehend aus Aliens und gehirngewaschenen Soldaten und Agenten. Nebst der Ausschaltung der direkten Bedrohung muss Ford sich auch um die Brutstätten der Fremdlinge kümmern, damit der Strom an Verstärkung abreißt. Diese befinden sich meist gut versteckt in Gebäuden. Ist ein Areal gecleart, will heißen frei von Gegnern und Brutstätten, darf Ford in den nächsten Bereich weiterziehen. Das ganze Game haben Durchschnittsgamer in sechs bis acht Sunden durch, was nicht gerade viel ist, aber für einen Shooter dieser Ausrichtung genügend Action darstellt. Das Ende weist zudem auf eine Fortsetzung hin. Überdies warten nach dem durchgespielten Singleplayer noch etliche Multiplayermodi auf Mr. Ford. Bis zu 12 Spieler dürfen sich in bekannten Spielarten wie Deathmatch, Team Deathmatch oder einer Capture the Flag-Abart messen. Diese Modi sind zusätzlich noch in verschiedene Unterarten unterteilt (z. B. Kill-Limit, Spiel auf Zeit), somit ergibt sich eine Online-Vielfalt, die für Wii Besitzer so noch nie dagewesen ist.

Hier zeigt sich auch ein technisches Niveau, mit dem sich „The Conduit“ nicht hinter aktuellen Next Gen Shootern anderer Systeme verstecken muss. Nebst den einwandfrei laufenden und sehr vielfältigen Online-Modi sieht das Game auch noch richtig lecker aus, auch die Framerate bleibt dabei jederzeit auf einem überzeugenden Level. Freies Speichern ist leider wie auf Konsolen üblich, nicht möglich – was aber durch eine Vielzahl von Speicherpunkten ausgeglichen wird.   Soundmäßig freut sich der Spieler über die originale englische Synchro, dank einer perfekten Untertitelung verliert man nie den Story-Faden. Somit alles im grünen Bereich, besonders die Effekte wissen sich im Vergleich zum Genre zu behaupten, die Musik bleibt aber ein wenig hinter diesem Niveau zurück und lässt sich problemlos als Endlos-Technogedudel zusammenfassen.

Fazit:

Mit „The Conduit“ beweisen die Spielegötter von Sega wieder einmal ihren Sinn für Style und viel technisches Verständnis. Hier beweisen die Softwaremacher von „High Voltage“, was aus der Wii und ihren Peripheriegeräten rauszuholen ist. Die Ballereien mit Nunchuk und Wiimote sind eingängig und machen Spaß. Gut, für die Story gewinnt Sega nun keinen Blumentopf, aber das Game erinnert eher an gewisse Zombieballereien aus den Jugendtagen des E-Gaming. Grafisch und akustisch ist „The Conduit“ ein Leckerbissen für Wii-Eigner. Und Multiplayer-Shooter-Fans kommen bei der größten Auswahl an Onlinemodis, die jemals die Schaltkreise der Wii durchströmt hat, voll auf ihre Kosten. Eine klare Empfehlung für Wii-Eigner mit Ego-Shooter-Genen!

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