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Newman wird 75

Dass ausgerechnet seine strahlend blauen Augen farbenblind sind und den erhofften Einsatz als Pilot im 2. Weltkrieg verhinderten, mag Paul Newman rasch verwunden haben. [21.1.2000]

Dass jedoch der eigene Vater seinen schauspielerischen Ambitionen verständnislos gegenüberstand und seinen steilen Aufstieg zu einem der größten Stars in Hollywood nicht mehr miterleben konnte, verkraftete der Sohn eines jüdischen Geschäftsmanns aus Cleveland nur mit Mühe. Am Mittwoch (26. Jänner) wird der Oscar-Preisträger, Rennfahrer und Soßen-Fabrikant Paul Newman 75 Jahre alt.

Bescheidenheit und Sinn für Realität haben Newmans Ansichten über die amerikanische Filmindustrie und den eigenen Erfolg geprägt:
Hollywood sei wie ein Glücksspiel, in dem das Aussehen den Gewinner bestimmt. Seine rasante Karriere habe mit Talent denn auch nur am Rande zu tun, ist Newman überzeugt. Er sei eben nur zur rechten Zeit am richtigen Ort gewesen.

Nach diversen Rollen bei Schul- und Studententheatern und einem kurzen Intermezzo im Sportgeschäft des Vaters, der 1950 starb, studierte Newman zunächst an der Schauspielschule der Yale-Universität; schon kurze Zeit später aber zog es ihn nach New York an das berühmte Actor’s Studio von Lee Strasberg, wo die Regisseure Elia Kazan und Martin Ritt zu seinen Lehrern gehörten.

Die erste Nominierung für einen Oscar folgte schon bald darauf: In der Tennessee-Williams-Verfilmung „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ glänzte Newman 1958 als rebellischer Sohn Brick Pollitt an der Seite von Elizabeth Taylor. Für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominierten ihn die Juroren noch weitere sechs Mal, bevor er ihn 1986 zunächst für sein Lebenswerk und ein Jahr darauf für seine Rolle als alternder Billard-Profi in Martin Scorseses „The Color of Money“ (Die Farbe des Geldes) endlich in Empfang nehmen konnte. Großen Erfolg beim Publikum hatte auch die Zusammenarbeit mit Robert Redford, besonders in der Gaunerkomödie „The Sting“ (Der Clou) von 1973.

Nach seinem bisher letzten Kinoerfolg als Vater von Kevin Costner in Luis Mandokis romantischer Liebesgeschichte „Message in A Bottle“ (1998) hat der unermüdliche Alt-Star unter der Regie von Marek Kanievska schon wieder einen Film abgedreht – in diesem Jahr soll „Where The Money Is“ in die Kinos kommen. Darin spielt Newman einen legendären Bankräuber, der sich mit einem Trick aus dem Gefängnis befreit hat.

(Bild:VN)

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