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New England spielt um mehr als Super-Bowl-Titel

Spannung vor dem großen Spiel
Spannung vor dem großen Spiel
Die NFL erhält am Sonntag (00.30 Uhr in der Nacht auf Montag MEZ/live Puls 4) ihr Traumfinale. In der Super Bowl XLIX in Glendale/Arizona stehen einander wie im vergangenen Jahr die beiden besten Teams des Grunddurchganges gegenüber. Die Seattle Seahawks könnten ihren Titel als erste Mannschaft seit zehn Jahren erfolgreich verteidigen. Als leichter Favorit gelten aber die New England Patriots.


Ausgerechnet die Patriots hatten 2002, 2004 und 2005 als bisher letztes Team eine Titelserie hingelegt. Seither warten Starquarterback Tom Brady und Trainerlegende Bill Belichick aber auf ihre vierte Krönung. Dazu steht nach der Affäre um zu wenig stark aufgepumpte Bälle, die sie im Halbfinale gegen die Indianapolis Colts (45:7) verwendet haben, ihr Ruf auf dem Spiel. “Deflategate” hat in den USA hohe Wellen geschlagen.

Die Patriots haben jegliche Manipulation bestritten. Brady muss vor mehr als 100 Millionen TV-Zuschauern aber beweisen, auch ohne fremde Hilfe – weiche Bälle sind einfacher zu kontrollieren – siegen zu können. Der 37-Jährige steht als erster Spielmacher zum sechsten Mal in der Super Bowl. Mit seinem vierten Titel könnte er zu den Legenden Joe Montana and Terry Bradshaw aufschließen. 2008 und 2012 ist New England jeweils im Finale an den New York Giants gescheitert.

Nun baut sich mit Seattle die stärkste Defense der Liga auf. “Wir sind zuversichtlich. Wir haben einen Plan zusammengestellt, der uns gefällt und mit dem wir glauben, dass wir einige Dinge ausnützen können”, meinte Brady. Die Seahawks sind vor allem darauf aus, seine wichtigste Anspielstation, den groß gewachsenen Tight End Rob Gronkowski, in Schach zu halten.

Seattles gefürchtete Passverteidigung, die “Legion of Boom”, hat schon einige große Namen gestoppt – in der vergangenen, einseitigen Super Bowl etwa die bis dahin überragenden Denver Broncos (43:8). “Wir glauben an das, was wir tun. Wir glauben an unser System. Wir glauben an unsere Mentalität, an unsere Philosophie, und wir erwarten, dass wir sie da draußen auch umsetzen”, erklärte deren Anführer Richard Sherman.

Dieser ist nicht das einzige “Enfant terrible” im Team. Runningback Marshawn Lynch, Seattles größte Offensivwaffe, etwa wiederholte bei der obligatorischen Super-Bowl-Pressekonferenz nur 29-mal folgenden Satz: “Ich bin nur hier, damit ich keine Strafe bekomme.” Dem verstörenden Auftritt ließ der 28-Jährige zwei Tage später zumindest eine rüde Stellungnahme vor Journalisten folgen. Fragen beantwortete er nicht.

Dafür könnte ein zweiter Super-Bowl-Titel den Beginn einer Dynastie einläuten. Ausgerechnet New England hat es vor zehn Jahren als bisher letztes Team zweimal in Serie ins Endspiel geschafft. Die beiden Kontrahenten, jeweils mit einer Saisonbilanz von 14:4 Siegen, sind einander in ihrer Philosophie gar nicht so unähnlich. Seattles Quarterback Russell Wilson (26 Jahre) hat im Gegensatz zu Brady aber noch den Großteil seiner Karriere vor sich.

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