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Neuralink-Implantate: Zwischen Elon Musks Vision und ethischen Bedenken

©REUTERS/Dado Ruvic/Canva (Symbolbild)
Elon Musk, bekannt für seine bahnbrechenden Unternehmungen wie SpaceX und Tesla, hat wieder Schlagzeilen gemacht.

Dieses Mal wegen seines Neuralink-Projekts, das darauf abzielt, fortschrittliche Gehirn-Computer-Schnittstellen zu entwickeln. Während Musk großes Potenzial für die Wiederherstellung der Körperbewegung bei Patienten sieht, werfen kritische Berichte ein anderes Licht auf die vorherigen Experimente des Unternehmens, wie Stern.de berichtet.

Hier hält Elon Musk das Neurolink-Implantat während einer Präsentation. ©APA/AFP/Neuralink

Potenzial von vollständiger Körperbewegung

Musk, oft kritisiert für seine optimistischen Versprechen und ambitionierten Zeitpläne, insbesondere im Automobilsektor, verkündete kürzlich auf der Plattform X: "Der erste menschliche Patient wird bald ein Neuralink-Gerät erhalten. Dies hat das Potenzial, die vollständige Körperbewegung wiederherzustellen [...]." Er illustrierte das transformative Potenzial dieser Technologie am Beispiel von Stephen Hawking und wie solch ein Gerät ihm geholfen hätte.

Die verschiedenen Schritte des Einsetzens eines Neurolink-Gerätes. ©APA/AFP/Neuralink

Die Vorfreude darauf ist jedoch getrübt durch den zurückliegenden Weg, den Neuralink genommen hat. Das Unternehmen geriet wiederholt wegen Tierversuchen in Kritik. Musk hatte versucht, Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Ethik dieser Tests zu zerstreuen, indem er betonte, dass nur "Affen im Endstadium" verwendet wurden und dass "kein Affe an den Folgen eines Neuralink-Implantats gestorben ist".

Tiere mussten eingeschläfert werden

Ein kritischer Bericht des US-Magazins "Wired" widerspricht diesen Behauptungen. Demnach gibt es Dokumentationen, die auf Komplikationen während der Implantationsverfahren hinweisen, die möglicherweise zum Tod der Versuchstiere führten. Die im Bericht genannten Probleme variieren von blutigem Durchfall bis hin zu partiellen Lähmungen und Hirnödemen. Einige dieser Probleme waren so schwerwiegend, dass die Tiere eingeschläfert werden mussten.

Ein ehemaliger Neuralink-Mitarbeiter, den "Wired" interviewte, zweifelte insbesondere Musks Behauptung an, dass nur "Affen im Endstadium" für Tests verwendet wurden.

Suche nach Probanden

Die FDA hatte Neuralink ursprünglich die Durchführung von Versuchen am Menschen verboten, hauptsächlich aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Implantate. Insbesondere die Lithiumbatterie und die Möglichkeit, dass die Drähte des Implantats in andere Bereiche des Gehirns wandern könnten, waren Anlass zur Sorge. Trotz dieser anfänglichen Zurückhaltung gab die FDA Neuralink im Mai 2023 grünes Licht für menschliche Tests.

Mit dieser Genehmigung in der Tasche sucht Neuralink nun aktiv nach geeigneten menschlichen Probanden für seine Experimente. Es bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse diese Versuche erbringen und ob sie Musks Versprechen gerecht werden. Es ist ebenso wichtig, die Sicherheit und Ethik solcher bahnbrechenden medizinischen Innovationen stets kritisch zu betrachten.

(VOL.AT)

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